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Geschichte trifft Zukunft

Revitalisierung des Bayerischen Kunstgewerbevereins

Der Bayerische Kunstgewerbeverein im Kreuzviertel ist eine Institution. 1851 gegründet, sieht er... mehr

Der Bayerische Kunstgewerbeverein im Kreuzviertel ist eine Institution. 1851 gegründet, sieht er seine Aufgabe darin, das Bewusstsein für Kunstgewerbe aller Art, ob Holz, Stein, Metall, Glas, Schmuck oder Textil, zu stärken und den Nachwuchs zu fördern. Beheimatet ist der Verein seit 1878 in der Pfandhausstraße, der heutigen Pacellistraße 6–8. Das im 2. Weltkrieg zerstörte Vereinshaus wurde nach Kriegsende an gleicher Stelle entsprechend dem heutigen Erscheinungsbild wiederaufgebaut. Das Ensemble besteht aus zwei Gebäuden – einem dreigeschossigen Haus, das im Erdgeschoss die Galerie- und Ladenräume beinhaltet, und einem sechsgeschossigen Nachbargebäude mit Büros. Oliv Architekten, deren Büro nur eine Parallelstraße entfernt liegt, wurden mit der Aufgabe betraut, das Gebäude baulich und optisch zu revitalisieren. Die Umgestaltung wurde im Januar 2020 beendet und beide Gebäude sowie die Pacelli-Passage, eine Durchwegung des Blocks, erstrahlen nun in neuem Glanz.

Das Vereinshaus befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der barocken Dreifaltigkeitskirche, daher steht die gesamte Häuserzeile unter Ensembleschutz. Es wurde eine behutsame Fassadenrenovierung vorgenommen, die die Spezifika des Baus aus den 1950er-Jahren beibehält. Durch die Erneuerung der Schaufenster von Laden und Galerie sowie dem Einsatz einer neuen Markisen stellt sich ein Verjüngungseffekt ein und eine elegante Beschilderung verleiht der Ladenfront ein zeitgemäßes Gesicht.

Die Neugestaltung der Passage umfasst – als Ergänzung des bestehenden Natursteins des Erdgeschosses – eine Verkleidung des Durchgangs mit hellem Auerkalk. Raffinierte geometrische Versprünge sowie ein neues Beleuchtungskonzept ergeben einen modernisierten und angesagten „Look“. Im Treppenhaus wurde der alte Terrazzoboden freigelegt und neue Eichentüren sorgen für eine optische Aufwertung. Die fünf Obergeschosse des turmartigen Nachbargebäudes wurden komplett entkernt. So entstanden 2.600 m² moderne offene Büroflächen mit erneuerter Haustechnik, die mittlerweile von einem Coworking Anbieter genutzt werden. Zum Innenhof hin wurden raumhohe schmale Fenster mit französischen Balkonen in der Beletage eingebaut und damit die rückwärtige Fassade aufgewertet. Auch die umlaufende Terrasse im 6. Obergeschoss wurde neu gestaltet.

www.oliv-architekten.de

Fotos:

Edzard Probst
www.diearchitekturfotografie.de

(Erschienen in CUBE München 03|20)

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