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Für moderne Großstadt-Nomaden

Neues Boardinghouse in der Messestadt Riem

Ein „Zuhause auf Zeit“ oder neudeutsch ein „Boardinghouse“ ist vor Kurzem in Riem fertiggestellt... mehr

Ein „Zuhause auf Zeit“ oder neudeutsch ein „Boardinghouse“ ist vor Kurzem in Riem fertiggestellt worden. Es steht an der Georg-Kerschensteiner-Straße/Ecke Willy-Brandt-Allee unmittelbar gegenüber des Messegeländes. Ein idealer Ort also, um Messeteilnehmern und -besuchern temporäres Wohnen zu ermöglichen. Günstiger als ein Hotel sind diese Unterkünfte allemal und sie bieten als sogenannte „Serviced Apartments“ nahezu denselben Komfort. Das Gebäude macht zunächst durch sein strahlend weißes „Kleid“ auf sich aufmerksam. Es behauptet sich mit seiner stattlichen Länge von 72,5 m und seiner Höhe von sechs Geschossen durchaus prägnant seinen Nachbarn gegenüber und schließt den Blockrand an besagter Stelle.

Der Neubau nach dem Entwurf von Kupferschmidt Architekten ist in Stahlbeton mit Wärmedämmverbundsystem auf einer Geschossfläche von 6.800 m² errichtet. Besonders virtuos ist die Gestaltung der Westfassade zur adressbildenden Georg-Kerschensteiner-Straße hin: Die Fenster der einzelnen Apartments sind als quadratische Kästen mit tiefen Laibungen von außen und Freisitzen von innen ausgebildet. Ein jeder „schaut“ scheinbar zufällig in eine andere Richtung bzw. steht in einem anderen Winkel zur Fassade, wodurch diese Gebäudefront äußerst lebendig und aufgelockert wirkt. So entsteht der Eindruck, als habe der jeweilige Bewohner seinen Ausblick gerade mal dorthin gelenkt, wohin er gerade spähen will. Als Variante dazu ist die Fassade auf der Ostseite mit geschwungenen innenliegenden Balkonen ausgestattet und bietet dem Betrachter einen wellenförmigen Anblick. Insgesamt sind 231 Mini-Apartments mit einer durchschnittlichen Größe von etwa 20 m² im Gebäude untergebracht. Sie sind zweckmäßig und geschmackvoll modern möbliert und bieten denselben Komfort wie ein großzügiges Hotelzimmer. Rechts und links eines langen, Nord-Süd verlaufenden, mittigen Ganges liegen die Zugänge zu den Wohnungen – teilweise unterbrochen von Auslassungen. So wird zugunsten einer Belichtung durch Tageslicht die Aneinanderreihung der Apartments hin und wieder unterbrochen, eine Miniwohnung durch eine Loggia, einen Innenhof im Gebäude, ersetzt.

Hat man das Glück, im obersten Stock wohnen zu können, genießt man einen Blick über die Stadt nach Westen oder in die Landschaft nach Osten hin. Der L-förmige Baukörper setzt sich an der Willy-Brandt-Allee mit einem kurzen nach Norden liegenden Riegel fort und schließt dort an die vorhandene Wohnbebauung an. Im Untergeschoss befindet sich eine Tiefgarage mit ausreichend Stellplätzen und ein kleines Eckcafé lädt zum Verweilen ein. Hier, an der nordwestlichen Ecke liegt auch der Eingang zum Gebäude. Es wird von hier aus mit zwei Aufzügen und einem Treppenkern erschlossen.

www.kupferschmidt.de

Fotos:

Rainer Taepper
www.rainertaepper.com

(Erschienen in CUBE München 04|19)