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Erhalten statt Abreissen

Metamorphose eines Holzpavillons im Münchner Süden

Im Münchner Süden, in der Wolfratshauser Straße steht versteckt hinter einer Jugendstilvilla ein... mehr

Im Münchner Süden, in der Wolfratshauser Straße steht versteckt hinter einer Jugendstilvilla ein denkmalgeschützter Holzpavillon, für dessen Umbau das Münchner Architekturbüro Jensen Ingrisch Recke mehrfach mit Architekturpreisen ausgezeichnet wurde, zuletzt mit dem Rosenheimer Holzbaupreis 2012.

Ursprünglich diente der Pavillon in Thalkirchen als Büroanbau der Villa Vollnhals aus dem Jahr 1911. Errichtet wurde er 1979 nach Plänen des Architekten Ekkehard Fahr als einstöckiger Büropavillon. Es war damals der erste Leimholzbinderbau und somit eine erhaltenswerte Besonderheit.

Jahrelang stand der Pavillon leer und sollte eigentlich abgerissen werden, was glücklicherweise verhindert werden konnte, indem Villa und Pavillon 2004 als Ensemble unter Denkmalschutz gestellt wurden. Neue Käufer und Besitzer fanden sich und beauftragten jir-architekten mit der Sanierung, Erweiterung und Bewahrung des Baudenkmals. Das Büro hatte sich zum Ziel gesetzt, das Ensemble sowie den alten Baumbestand des großen dazugehörenden Gartens zu erhalten und den Pavillon durch Nachverdichtung und Aufstockung in ein modernes Wohngebäude zu verwandeln.

Die Sanierungsarbeiten begannen 2008 bis 2009. Zu diesem Zeitpunktwurde der Pavillon in einem ersten Schritt bis auf die Holzkonstruktion rückgebaut wurde. Als nächster Schritt folgte die komplette Erneuerung der Fassade in eine für die Wohnnutzung adäquate Gliederung in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.

Die Aufstockung um ein weiteres Stockwerk - statisch als Option bereits vom Architekten Fahr mitbedacht - entspricht optisch dem Erdgeschoss, musste aber aus abstandsrechtlichen Gründen etwas kleiner werden. So entstand ein großzügiger Umgang im ersten Obergeschoss, der als Balkon bzw. Dachterrasse genutzt werden kann, dementsprechend verfügen die Wohnungen im EG über kleine Garten-Terrassen. Insgesamt wurde Platz gewonnen für fünf Wohnungen. Die Käufer hatten durch die offenen Grundrisse die Möglichkeit, ihre Raumaufteilung selbst zu bestimmen. Das Ergebnis sind fünf völlig unterschiedliche Wohnungen innerhalb eines einheitlichen Grundkonzepts. Das Obergeschoss erreicht man durch eine Aussentreppe im Norden des Gebäudes.

Das Wohngebäude entspricht heute dem Niedrig­energiestandard, obwohl der luftige Charakter eines Pavillons erhalten blieb. Dies konnte durch den Einsatz von Vakuum-Dämmpaneelen und dreifach-Verglasung (zum Vergleich: Alter Primärenergiebedarf (Qp) Qp=210kWh/m²; neu: Qp=53,7 kWh/m²) erreicht werden, was um so erstaunlicher ist, da das Gebäude durch die großflächige Fensterfassade eher die Anmutung eines Glaspavillons als eines Holzpavillons hat. Fußbodenheizung und Warmwasser werden durch eine Grundwasserpumpe gewährleistet.

Durch diesen behutsamen Umbau, der doch in jeglicher Hinsicht ein großer Eingriff war, ist ein elegantes, leicht anmutendes Wohngebäude entstanden, dessen Proportionen durch das Attikageschoss sogar noch stimmiger sind, und so ein bedeutsames sowie schützenswertes Ensemble erhalten geblieben ist.

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