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Dörfliches Leben in der Stadt

Neue Wohnanlage „Alte Ziegelei“ eingebettet in gestaltete Landschaft

In Oberföhring, auf dem Gelände der einstigen „Alten Ziegelei“, erstellte HI Wohnbau für die... mehr

In Oberföhring, auf dem Gelände der einstigen „Alten Ziegelei“, erstellte HI Wohnbau für die Stadt München eine großzügige neue Wohnanlage. Das 60.600 m² große Grundstück wird im Süd-Osten von der Effnerstraße begrenzt und im Norden von der Johanneskirchnerstraße. Im Westen hat man von hier nicht weit zur Isar zu gehen und nur einen kleinen Spaziergang entfernt liegt die beliebte Emmeransmühle.

Das Baugelände in Stadtrandlage hat auch eine innere Begrenzung zur viel befahrenen Effnerstraße hin, in Gestalt eines langgezogenen fünfgeschossigen Gebäuderiegels, der auch einen Lärmschutz für die viergeschossigen innen liegenden freistehenden Wohngebäude darstellt. Die Häuser gruppieren sich um zwei großflächige „Hofanger“ herum, die die Wohnsiedlung strukturieren. Die adressbildende „Alte Ziegelei“ wurde bereits vor 40 Jahren aufgelassen und verrottete vor sich hin. Lediglich zwei denkmalgeschützte Häuser wurden erhalten und erinnern so an die Historie des Ortes: Das Maschinenhaus in der Mitte der einen Häusergruppe und das Trockenhaus im Süden am Rand der Bebauung. Die landschaftsarchitektonische Gestaltung oblag dem Büro Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, deren Leitgedanke es war, eine parkähnliche Landschaft inmitten der Häuser zu schaffen. Schmidt und sein Team schufen eine „weiche Landschaft“, eine leicht hügelige, von unterschiedlich breiten Wegen durchzogene begrünte Anlage, die auch als öffentlicher Park zugänglich ist. Die Erschließungsräume sind durchweg mit Münchner Klinkerplatten ausgelegt. Die rötlichen Klinker sind ein Bezug zur Historie und schaffen eine „Wohlfühl-Atmosphäre“, die durch die geschwungenen Wege noch verstärkt wird. Die Häuser sind nur zu Fuß erreichbar. Autos verschwinden entweder in der Tiefgarage oder können in Parkbuchten an der Johanneskirchnerstraße abgestellt werden. Den öffentlichen Park durchziehen Grünzüge. Er geht sozusagen über vom Wald zur Siedlung mit ihrer Wiesenlandschaft und der leicht welligen Topographie ihrer Wiesenmulden. Die Häuser verfügen im Erdgeschoss entweder über Vorgärten oder Terrassengärten, die jeweils mit Hecken aus Hainbuchen eingefasst sind. Die Wege, mit ihrem grauen, wassergebundenen Belag, werden teilweise von Sitzgelegenheiten flankiert. Entlang der Erschließungsstraße wurden Hainbuchen als Baumdach gepflanzt. Obstbäume und heimische Laubbäume sind locker über die Parklandschaft verteilt. Um der Bepflanzung einen etwas ungezähmten, authentischen Charakter zu verleihen, wurden niedrige Pflanzungen aus Gräsern und Stauden gewählt. Sie flankieren die Wegeränder und erinnern ein wenig an ruderales, Unkraut genanntes Wildgewächs in Industriebrachen oder an Bahndämmen. Lose verteilt gibt es diverse Spielangebote für Kinder – und der ehemalige Trockenspeicher mutierte zur Spielanlage. Ein gärtnerisch gelungenes Gesamtkonzept wurde hier realisiert, das der Wohnanlage den Charakter eines städtischen Biotops verleiht.

www.rainerschmidt.com


Fotos:

Rainer Viertlböck
www.tangential.de
Rainer Schmidt