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Die neue Kegelhofmühle

Teilabbruch, Aufstockung, Umbau, Umnutzung und Neubau eines Mühlengebäudes

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach – das war einmal. Heute rauscht er noch immer, der... mehr

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach – das war einmal. Heute rauscht er noch immer, der Auer Mühlbach. Aber er wird eigentlich nicht mehr gebraucht – weder zum Antrieb der Mühlen oder zur Energiegewinnung – wie zu Zeiten, als er zu diesem Zweck von der Isar abgetrennt wurde. In der Au zwischen Marialhilfplatz und dem Volksbad liegt ein dörfliches Viertel mit kleinen Häusern, das aus einer anderen Zeit stammt, und dort stand auch die Kegelhofmühle, umrundet vom Kegelhofbach und begrenzt vom Auer Mühlbach zum Isarhochufer hin. Bereits 1347 wurde die Mühle gegründet, von der der Turm, der zum Trocknen der Papierbahnen diente, heute noch zeugt. Nach längerem Leerstand erhielt die GWG das Inselgrundstück von der Stadt für ein Mischprojekt aus Verwaltung und Wohnen. Der ursprünglich geplante Umbau des Bestandes erwies sich als schwierig, viele der Gebäude waren zu marode, und so mussten Teile des Anwesens abgerissen werden. Vor allem der Turm hat „überlebt“. Die Neugestaltung des Areals und die neuen Gebäudeteile wurden von Landherr Architekten entworfen. Sie umfassen einen nördlichen und einen östlichen Flügel, die den Turm integrieren. Insgesamt entstanden 38 Wohnungen; zwei Etagen des kleineren Flügels hat die GWG mit Büros belegt. „Es war keine einfache Baustelle“, berichtet Walter Landherr. Der Grundwasserspiegel ist hier sehr hoch, und das Wasser musste ständig abgepumpt werden. Um die Wand zum Mühlbach erneuern zu können, musste während der Bachauskehr, die nur alle eineinhalb Jahre stattfindet, eine stählerne Spundwand in den Bach eingezogen werden. Nur so konnte dahinter, auch als der Bach wieder floss, die Hauswand ausgebessert werden. Im größeren, östlichen viergeschossigen Riegel liegen nun 27 Seniorenwohnungen. Im Erdgeschoss wurde ein großzügiger Saal als Bewohnertreff geschaffen, der sich reger Nutzung erfreut – ein Zugewinn im Viertel. Bei beiden Gebäudeteilen gibt es Probleme mit der Verschattung, da das Grundstück von hohem altem Baumbestand umgeben ist. Es musste dafür gesorgt werden, dass die Wohnungen trotzdem genug Licht bekommen. Dies ist u.a. durch den großen Innenhof möglich – gestaltet vom Büro Luz Landschaftsarchitekten. An der Westseite gibt es durchgehende Balkone sowie kleinere Balkone im Seitentrakt an der Süd- und Nordseite. Der Turm wird im Hochparterre als Konferenzsaal genutzt, in den oberen Stockwerken auch als Wohnraum. Im Dachgeschoss liegt eine kleine Wohnung mit einer eingezogenen Empore. Eine Behindertenwohnung befindet sich im Nordflügel. Hierfür wurden drei kleine Wohnungen zusammengelegt, sodass Behinderte und betreuende Studenten zusammenwohnen können. Auch eine Tiefgarage und ein Fahrradhof fehlen nicht. Auf dem Vorplatz stehen Bänke, und es gibt einen großen Sandkasten für die Kleinen. Ein vorbildlicher Umgang mit dem Bestand!

www.walterlandherr.de

Architekten: Landherr Architekten www.walterlandherr.de Fotos: Henning Köpcke mehr

Architekten:

Landherr Architekten
www.walterlandherr.de

Fotos:

Henning Köpcke