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Die Bullen von Fuschl

Das Red Bull Headquarter als „funktionelles Kunstwerk“

Ohne Firmenlogo oder einen anderen Hinweis fügen sich die zwei kegelförmigen Bauten in das... mehr
Ohne Firmenlogo oder einen anderen Hinweis fügen sich die zwei kegelförmigen Bauten in das Gelände am Ortseingang von Fuschl ein. Werden eins mit den dahinter liegenden Berghügeln des Salzburger Lands und haben mit ihrer ins Wasser stürmenden riesigen Bullenherde aus Bronze schon alles gesagt: Hier befindet sich das Headquarter von Red Bull. Geschaffen hat das in diesem Jahr fertiggestellte Ensemble der Osttiroler Künstler und Bildhauer Jos Pirkner. Sein Entwurf sei ein Gesamtkunstwerk, eine außergewöhnliche Verbindung von Architektur, Kunst und Natur, so Firmenchef Dietrich Mateschitz.

Als Gestaltungsformen wählte Pirkner die Elemente Kegel und Kreis und als Materialien Glas, Basalt, Granit und Metall. Alles zusammen wirkt leicht, hell, fließend – und vor allem: meditativ. Hier gelang eine Symbiose zwischen Raum und umgebender Natur. Kernstück des dieses Jahr nach zehn Jahren Bauzeit fertiggestellten Ensembles sind die zwei ungleich großen Vulkane, deren Gipfel mit schwarzem Basalt aus der Eifel überzogen sind. „Sie symbolisieren Energie – unbändig und ausbrechend“, sagt Pirkner. Genauso wie die 14 Bullen, die aus dem vorderen Kegel ins Freie stürmen – energiegeladen wie Lava. Mit eigenen Händen hat Pirkner die mit 24 Metern Länge größte Bronzeskulptur der Neuzeit in Europa geformt. In der kreisförmig angelegten Empfangshalle im Inneren des Vulkans ist die treibende Kraft nach oben zum offenen Kegel ausgerichtet und – ähnlich wie das Guggenheim-Museum von Frank Lloyd Wright – mit einer begehbaren Rampe architektonisch unterstrichen. Am besten beschreibt wohl der Ausdruck „funktionelles Kunstwerk“ den Bürokomplex, der seinen rund 700 Mitarbeitern mehr als außergewöhnliche Arbeitsplätze bietet. Die konzentrisch zur Vulkanmitte angelegten Büros haben raumhohe Glaswände nach außen zum sorgfältig angelegten Zen-Garten mit seinem meditativen Irrgarten aus weißem Stein. Jedes Detail hatte Pirkner im Blick, von Treppen bis zu Türgriffen oder Trittsteinen bis zur sanften Hügellandschaft mit seinem vom Fuschlsee gespeisten Wasser – und legte auch gerne selbst Hand an, wenn ihm etwas noch nicht ganz gefiel – zum Beispiel bei den Stahlträgern des Glasdachs, für die er kurzerhand etwas Filigraneres schweißte. Ein kreisrundes rotes Sofa bildet den absoluten Mittelpunkt des Vulkanbaus, in dem auch Firmenchef Mateschitz sein Büro hat. Hier werden Besucher empfangen und genau hier fühle man die Energie seiner Architektur am besten, meint Pirkner – sogar mit geschlossenen Augen.

www.jos-pirkner.at
Architekten Jos Pirkner www.jos-pirkner.at Fotos Jürgen Skarwan / Red Bull Content Pool ... mehr
Architekten
Jos Pirkner
www.jos-pirkner.at

Fotos
Jürgen Skarwan / Red Bull Content Pool 
www.skarwan.com / www.redbull.com