Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Atemberaubende An- und Aussicht

Ein Haus im Spannungsfeld eines besonderen Ortes

Das Baugrundstück dieses Einfamilienhauses liegt an einem Uferabschnitt des Ammersees, der von... mehr

Das Baugrundstück dieses Einfamilienhauses liegt an einem Uferabschnitt des Ammersees, der von historischer Bedeutung ist. Um 1629 errichten die Dießener Fischer hier eine weiße Säule aus Tuffstein am Ufer. Sie markiert Ankunfts- und Abfahrtsort der Wallfahrer auf dem Weg zum Kloster Andechs. Die Geduld, die die Fahrmänner ihren Passagieren an der Landungsstelle abverlangten, gab dem Ort den Namen: „Wart‘ a Weil“. Noch heute erinnert die weiße Säule als Landmarke an diese Verbindung.

An diesem besonderen Ort erbaute der Archi­tekt Wolf-Eckart Lüps auf der Fläche eines Vorgängerbaus ein Wohnhaus für eine Familie. Nicht allein die nutzbringenden Eigenschaften bestimmen das Erscheinungsbild des Hauses. Der Konzeption des Gebäudes liegt vielmehr die Absicht zugrunde, mit den speziellen geschichtlichen und natürlichen Vorgaben des Ortes auf ganz selbstverständliche Weise in einen Dialog zu treten und aus diesen gegensätzlich wirkenden Kräften ein Spannungsfeld zu erzeugen. Von der Seeseite wirkt das Haus als weithin wahrnehmbare Landmarke am Ufer. Von der Landseite aus betrachtet, geht es durch das Einmodellieren eines Teils des Bauvolumens in den abfallenden Hang eine innige Verbindung mit der Topographie und Schönheit der umgebenden Landschaft ein.
Über dem Sockelgeschoss, dessen Erdverbundenheit durch eine Muschelkalkvorblendung ausgedrückt wird, liegt der rundum geschosshoch verglaste Wohnbereich. Das darüber liegende frei formulierte weiß verputzte Dachgeschoss scheint dadurch zu schweben. Die weiten ineinan­der fließenden Raumbereiche der Wohnebene heben durch die großzügige Verglasung die Trennung von außen und innen scheinbar auf. Die Natur, der Himmel, der See sind in den wechselnden Jahreszeiten unmittelbar erlebbar. Vom Wohnbereich aus und auch von der vorgelagerten aufgeständerten Terrasse mit nahezu rahmenloser Glasbrüstung bieten sich grandiose Ausblicke auf den See und das gegenüberliegende Ufer mit der Dießener Klosterkirche.

In der Fassade ablesbar sind drei Räume im Obergeschoss, die wie ausgeschnitten aus dem Baukörper geschützte Freiräume schaffen. Auch hier ist die Natur durch geschosshohe Verglasung und Vollglasbrüstungen allgegenwärtig. Die Zuwegung zum Gebäude erfolgt landseits vom höchsten Punkt des Grundstücks. Durch die Einmodellierung eines Teils des Baukörpers in das Gelände bleibt hier nur das Dachgeschoss wahrnehmbar, das zum See hin ansteigt – einem aufgespannten Segel gleich. Aus dem grünen Hang heraus wird der Übergang zum Dach durch eine Glasfuge raffiniert akzentuiert, auch hier verwischt scheinbar innen und außen, wird das Spannungsfeld sichtbar.

www.lueps.com

Architekten Atelier Lüps www.lueps.com Fotos Thomas Huber www.fotodesign-huber.com mehr

Architekten

Atelier Lüps
www.lueps.com

Fotos

Thomas Huber
www.fotodesign-huber.com