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Alt und neu in perfekter Harmonie

Gelungene Erweiterung der historischen Villa Knorr

Die Villa Knorr wurde 1855 als erste einer ganzen Villenkolonie in Niederpöcking am West­ufer... mehr

Die Villa Knorr wurde 1855 als erste einer ganzen Villenkolonie in Niederpöcking am West­ufer des Starnberger Sees erbaut und ist mit seinen ausgedehnten Parkanlagen heute eines der bedeutendsten Villendenkmäler Bayerns.

Das Ensemble der Villa Knorr wurde errichtet nach Plänen des Architekten Arnold Zenetti, der auch für die Maximilianstraße und die Maximilianbrücke in München verantwortlich zeichnete und als Stadtbaurat die städtebauliche Entwicklung Münchens maßgeblich prägte. Der von ihm propagierte Maximilianstil wurde ergänzt durch Elemente des italienischen Landhausstils - eine Verbeugung vor dem Hausherrn Angelo Knorr, einem Münchner Kaufmann, dessen Großvater italienischer Herkunft war. Die Familie nutzte das Anwesen als Sommerdomizil, als Ort der Erholung, aber auch der Festlichkeiten und Geselligkeit. Nach wechselvoller Geschichte wurde die damals stark renovierungsbedürftige Villa 1987 denkmalgerecht saniert und erhielt den Glanz alter Tage zurück. Sie wird seitdem von einem exklusiven Tagungs- und Veranstaltungshotel genutzt.
Mit der Erweiterung des Hotels wurde das Greifenberger Büro Sunder-Plassmann Architekten beauftragt, denen es gelang, dem sensiblen Gleichgewicht zwischen See, Villa und Landschaft eine neue Ordnung zu geben. Der neue Tagungspavillon lehnt sich an die Tradition des ehemaligen Gartenpavillons an, wie er auf historischen Fotos der Villa zu sehen ist: Ein Zeltdach mit leichten Vorhängen schwebt auf schlichten Holzkörpern und ist Ort heiterer Geselligkeit. Der moderne Pavillon nimmt sich in seiner Erscheinung und Lage zurück, fasst aber den Raum neu und betont die Bedeutung der Villa. Die sägeraue Eichenschalung der Außenhaut fügt sich in den Farbkanon der Bestandsgebäude ein, ohne sich anzubiedern. Die großformatigen Schiebetüren nehmen die Raumhöhen der Villa auf und ermöglichen den direkten Bezug von innen nach außen. Die umlaufende Holzterrasse schwebt über der Landschaft und lässt weite Blicke auf den See zu.

Die bestehende Remise erhielt einen zusätzlichen Flügel für weitere Gästezimmer, die zweiseitig belichtet werden. Die Erschließung erfolgt analog zum Bestand über Treppen und eine offene Laube. Die Tiefgarage, die neue Großküche und Nebenräume sind in einer Art Sockel in zwei Untergeschossen untergebracht und durch die geschickte Einbettung in das Gelände nahezu nicht sichtbar. Gleichzeitig verbindet dieser Sockel alte und neue Bauteile. Villa, Remise und Pavillon bilden ein neues harmonisches Ensemble, in dem sich Funktionen und Typologie gegenseitig ergänzen.

www.sunder-plassmann.net

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Schümann Sunder-Plassmann
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Michael Heinrich
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