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Weiterbauen

Siedlungshaus und Erweiterungsbau werden geschickt verknüpft

Eine junge dreiköpfige Familie wandte sich an den Architekten Stefan Adlich mit dem Wunsch: „Wir... mehr

Eine junge dreiköpfige Familie wandte sich an den Architekten Stefan Adlich mit dem Wunsch: „Wir würden gerne das Haus unserer Großeltern umbauen – während diese dort wohnen!“ Aus der Erfahrung seines Architekturbüros heraus war ihm aber schnell klar, dass diese Aufgabenstellung nicht so einfach ist, wie sie vielleicht auf den ersten Blick vermuten lässt. Denn das Haus der Großeltern war ein 80 Jahre altes Siedlungshaus in Grünau und der Architekt wusste, dass ein Eingriff in die Bausubstanz eines solchen Gebäudes immer ein massiver Eingriff sein wird und deswegen auch eine eigentlich nicht zumutbare Belastung für die dort wohnenden Großeltern darstellen würde. Das war dann auch der jungen Familie schnell klar und man einigte sich auf folgende Lösung: Ein eigenständiger und selbstbewusster Erweiterungsbau sollte errichtet werden, der den Bestand respektiert ohne sich anzubiedern.

Das Entwurfskonzept sah einen Neubau weitgehend aus Holz vor, der an das vorhandene Wohngebäude anschließt und dabei den historischen Bestand des Altbaus in seinem Charakter erhält. Dazu wurde das Siedlungshaus zunächst von verschiedenen, über die Jahrzehnte gewucherten Anbauten befreit und zeigt sich jetzt in seiner ursprünglichen, klaren Gestalt. Das neue zweigeschossige Wohngebäude wurde auf der Rückseite des alten Hauses errichtet und durch einen flachen Baukörper (wie mit einer Unterlegscheibe) vom Bestand getrennt. Durch diesen Kunstgriff der trennenden und nicht tragenden Unterlegscheibe gewährleistete der Architekt eine selbstständige Gründung und Statik des neuen Baukörpers, ohne das vorhandene Haus in irgendeiner Weise zu stören. Die entstehende Fuge akzentuiert die optische und konstruktive Trennung von neu und alt. Hier befindet sich jetzt die gemeinsame Erschließung sowohl für den Altbau, in dem die Großeltern wohnen, als auch für den Neubau, in den die junge Familie eingezogen ist.

Der gartenseitige Eingang des Altbaus blieb dabei erhalten. Dessen innere Blickachse wird durch den Neubau hindurch bis in den Garten verlängert. Das neue Gebäude mit einer Wohnfläche von 110 m² wurde weitestgehend als Holzkonstruktion errichtet und ist mit ökologischen Holzfasern gedämmt. Das Erdgeschoss ist großflächig verglast, dadurch öffnen sich die Wohnräume dem Licht und erweitern sich in den Garten. Im Obergeschoss sind die privaten Räume der Familie untergebracht. Die Fassade wird strukturiert durch die abwechselnd horizontale und vertikale Bekleidung mit schmalen Lärchenholzbrettern. Ein weiteres belebendes Element sind die wie Erker aus der Fassade ragenden Verglasungen und die eingerückte Loggia im Obergeschoss.

www.adlich.de

(Erschienen in CUBE Leipzig 01|20)

Architekten: Stefan Adlich Architektur www.adlich.de Massivbau: Maurerhandwerk Richard... mehr
Architekten:

Stefan Adlich Architektur
www.adlich.de

Massivbau:

Maurerhandwerk Richard Choynacki
maurerhandwerk-choynacki.de

Zimmerei:

Olaf Arnold
www.zimmereiarnold.com

Dachdecker:

Dachdeckermeister Sven Henning
Telefon: 034441-991566

Elektro:

B. Kraetzig
Telefon: 034298-64795

Fenster:

Tollert Fensterbau – Verglasung
www.fensterbau-tollert.de

Heizung, Sanitär:

Maris Haustechnik
www.maris-haustechnik.de

Fotos:

Stefan Adlich

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