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Markanter Anker

Individuelles Wohnen und Arbeiten in einem Gebäude in Massivholzbauweise

Eine private Baugemeinschaft mit ganzheitlich ökologischem und nachhaltigem Anspruch ist... mehr

Eine private Baugemeinschaft mit ganzheitlich ökologischem und nachhaltigem Anspruch ist Bauherrin und Nutzerin dieses Wohn- und Geschäftshauses in Massivholzbauweise in Lindenau. Zusammen mit dem Architekturbüro Asuna stellt sie unter Beweis, dass sich auch Häuser der Gebäudeklasse 5 gemäß Sächsischer Bauordnung (Gebäude über 13 m Höhe) gestalterisch überzeugend in Holz errichten lassen.

Der Bau ist im Standard eines KfW-Effizienzhauses 55 erstellt worden. Das energieoptimierte Bauen begann bereits mit der Wahl des Rohbaumaterials Holz, wodurch die „graue Energie“ zur Erstellung des Gebäudes maßgeblich reduziert wird. Insgesamt wurden rund 520 m³ Holz verbaut, dadurch sind rund 520 Tonnen CO₂ im Gebäude gebunden. Nur der Treppenhauskern und die Gründung wurden konventionell als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt. Die Außenwände und die Decken bestehen aus Brettsperrholzelementen, deren glatte Untersichten in den Innenräumen sichtbar bleibt. Die Holzkonstruktionen sind auf Abbrand gerechnet, sodass keine Kapselung erforderlich wurde. Die mittels verdeckter Verbindungsmitteln mit Sherpa-Verbindern erstellte innere Stützen-Riegel-Konstruktion aus Brettschichtholz bildet mit der horizontalen Bänderfassade eine flexible Hülle, die den Nutzern große Gestaltungsfreiheit bei den Zuschnitten der Wohn- und Gewerbeflächen gibt. So entstand eine rund 430 m² große Gewerbeeinheit im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss. Die vier Wohnungen in den drei darüberliegenden Geschossen verfügen über individuelle Grundrisse bei 120 bis 195 m² Wohnfläche. Ganz oben – mit Panoramablick über die Dächer der Stadt – liegt der gemeinschaftlich genutzte Dachgarten.

Zwei Wärmepumpenanlagen (Luft/Erdwärme), die durch eine 20 m² große Solarkollektoranlage und wassergeführte Kamine in den Wohneinheiten unterstützt werden, versorgen das Gebäude mit Wärme für Heizung und Wasser sowie mit passiver und aktiver Kälte. Eine Regenwassernutzungsanlage stellt Brauchwasser für alle WCs zur Verfügung.

Das ambitionierte Bauprojekt nutzt das spitzwinklige Grundstück perfekt aus. Durch das Aufnehmen der Höhen der Nachbarbebauung wird die Stadtstruktur sinnvoll ergänzt und ein markanter Anker an der innerstädtischen Hauptverkehrsstraße geschaffen. Die Aufständerung der gerundeten Ecke akzentuiert den Eingangsbereich und ermöglicht eine öffentliche Durchwegung, die von den Anwohnern intuitiv genutzt wird. Das Haus erhielt eine Anerkennung beim Deutschen Holzbaupreis 2019. Die Jury lobte die gestalterische Leistung sowie den großstädtischen Charakter des Gebäudes und hob die Beispielwirkung für den Holzbau im urbanen Kontext besonders hervor.

www.asuna-leipzig.de

Fotos:

Peter Eichler
www.petereichler.com
Martin Jehnichen
www.jehnichen.de
Claus Morgenstern
www.clausmorgenstern.com

(Erschienen in CUBE Leipzig 01|20)

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