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Einheit in der Vielfalt

Das Herbert-Wehner-Haus bildet den Auftakt im Packhofareal in Dresden

Teils Parkplatz, teils Blumenwiese: So zeigte sich lange Zeit das Packhofareal in der Dresdner... mehr

Teils Parkplatz, teils Blumenwiese: So zeigte sich lange Zeit das Packhofareal in der Dresdner Altstadt. Auf der Brache in bester Lage war jahrelang das Kunstquartier als zeitgenössisch-progressiver Gegenpol zu den historischen und rekonstruierten Bauten des Stadtzentrums vorgesehen. Doch die Entwicklung des Packhofareals stagnierte und Teilflächen wurden weiter veräußert.

Das SPD-eigene Unternehmen Konzentration GmbH erwarb 2015 ein Grundstück von einem Münchner Investor und beauftragte JWA Jan Wiese Architekten aus Berlin mit der Planung des Herbert-Wehner-Hauses. Der erste Baustein des neuen Quartiers beherbergt die Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung, die Arbeiterwohlfahrt Sachsen und den SPD Landesverband Sachsen. Im gemeinsam genutzten Erdgeschoss liegt das Forum für öffentliche Ausstellungen, Lesungen sowie politische Diskussionen. Die Nutzer des Hauses verwenden den Saal ebenfalls für interne Besprechungen und Veranstaltungen.

„Einheit in der Vielfalt“ lautete der Grundsatz aller architektonischen Überlegungen für diese gemeinwohlorientierte Baugemeinschaft. Das Gebäude bietet mit seiner Sichtbetonstruktur und dem präzise gesetzten Tragwerk den Rahmen für individuelle Orte in jedem Geschoss. Das Möblierungskonzept stammt ebenfalls von JWA. Struktur und Material erzeugen im Wechselspiel mit den Nutzungen unterschiedliche Atmosphären und fügen diese zu einer architektonischen Einheit zusammen. Die Fassade, entworfen von Hinrichs Wilkening Architekten, vervollständigt das Spiel aus Regel und Interpretation. Die Betonfertigteile mit einer inneren und einer äußeren Schale aus Sichtbeton wurden industriell vorgefertigt, vor Ort gesetzt und miteinander vergossen. Die innere Schale korrespondiert mit dem Sichtbeton der Tragstruktur, die in Ortbeton errichtet wurde. Der rötliche Zuschlag in der äußeren Schicht kann als Hinweis auf die politische Herkunft und Intention der Nutzer gelesen werden, das abschließende Sandstrahlen der Betonfassade stärkt den handwerklichen Charakter des Gebäudes.

Nach dem 2020 geänderten, vorhabenbezogenen Bebauungsplan wird nebenan statt des Kunstquartiers ein großer Verwaltungskomplex des Freistaats Sachsen entstehen. Das Herbert-Wehner-Haus ist bereit für neue Nachbarn.

www.jwa.berlin

Fotos:

Simon Menges
www.simonmenges.com

(Erschienen in CUBE Leipzig 03|21)

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