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Eine Geschichte erzählen

Spannungsvoller Dialog zwischen neu und alt

Der Architekt Frank Eilmann hat ein Gespür für historische Bausubstanz. Insbesondere die... mehr

Der Architekt Frank Eilmann hat ein Gespür für historische Bausubstanz. Insbesondere die Gründerzeitbauten im Leipziger Osten haben es ihm angetan, wie die denkmalgeschützte ehemalige Handwagenfabrik Paul Findeisen in Neuschönefeld. Im Innenhof der Blockrandbebauung am Rabet gelegen, war das heruntergekommene Fabrikgebäude auf den ersten Blick nicht unbedingt der Ort, der auf Wohnungen wartete. Aber die Grundsubstanz war solide und die innere Struktur weckte Assoziationen an klassische Lofts. Die Schönheit des historischen Klinkerbaus von 1906 entfaltete sich nach dem Rückbau diverser Nebengebäude und Anbauten, die über die Jahrzehnte entstanden waren.

Für eine Bauherrengemeinschaft mit vier Parteien wurden die Grundrisse jeder Etage individuell nach den Wünschen der jeweiligen Eigentümer gestaltet. Leitidee war dabei, die historischen Ausstattungsmerkmale und die Spuren der ehemaligen industriellen Nutzung sichtbar zu lassen sowie die Patina der Räumlichkeiten zu bewahren, um den Genius Loci erlebbar zu machen. So blieb die Trag- und Gebäudestruktur erhalten, um die vorhandene Großzügigkeit und Transparenz der Innenräume zur Geltung zu bringen. Ein Anbau erweitert den historischen Bestandsbau, die Wohnungsgröße beträgt jetzt pro Etage rund 230 m². Die Konstruktion des ehemaligen Lastenaufzugs wurde für die In­stallation der neuen Balkone genutzt. Roh belassene Wände und Decken sowie der Einsatz von einfachen, unbehandelten Materialien und eine ruhige Farbpalette verstärken den Fabrikcharakter ebenso wie die offenen Grundrisse. Fliesen in Betonoptik bilden den Boden, Einbaumöbel und Türen in dunklem Holz schaffen einen lebendigen Kontrast dazu. Versteckte, indirekte Leuchten ermöglichen verschiedene Beleuchtungsszenarien, bauliche Details werden durch Lichtakzente und Streiflicht herausgearbeitet. Die Sprossenteilung der Fenster im historischen Bauteil orientiert sich an den wenigen vorgefundenen Originalfenstern. Dagegen wählte der Architekt für den neuen Bauteil bewusst großflächige Panoramascheiben ohne Sprossen.

Der subtile Umgang mit alt und neu verdeutlicht die Entwurfsidee: Den Zeitlauf erlebbar, bauliche Eingriffe und Veränderungen sichtbar machen und mit der eigenen Geschichte verbinden. Der gelungene Kontrast zwischen neuer Architektur und erhaltener Bausubstanz verstärkt die Wirkung beider Komponenten. Durch diesen Dialog entsteht die gewünschte Spannung.

www.eilmann-architekt.de


Fotos:

Peter Eichler
www.petereichler.com

(Erschienen in CUBE Leipzig 01|21)

Architekten: Frank Eilmann www.eilmann-architekt.de Heizung, Sanitär: Seidel &... mehr
Architekten:

Frank Eilmann
www.eilmann-architekt.de

Heizung, Sanitär:

Seidel & Fichtner
Telefon: 0341 4801307

Zimmermann:

Ing-Holzbau und Zimmerei Kandler  
www.ing-holzbau-kandler.de

Fenster:

Rohde Fensterbau
www.rohde-fensterbau.de

Sofa:

Bretz Leipzig
www.bretz-leipzig.de

Leuchten (innen):

Delta Light
www.deltalight.de

Schalter/KNX/Homeserver:

Gira
www.gira.de

Küche:

Poggenpohl
www.poggenpohl.com

Armaturen:

Hansgrohe
www.hansgrohe.de

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