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Ein Meisterwerk aus Stahl

Der rekonstruierte Innenraum der historischen Messehalle wird zum Zweiradverkauf neu genutzt

Die 1928 errichtete Messehalle von Crämer & Petschler hielt mit einer Stützweite von fast 100 m... mehr

Die 1928 errichtete Messehalle von Crämer & Petschler hielt mit einer Stützweite von fast 100 m lange einen weltweiten Spannweitenrekord. Bombenangriffe sowie unterschiedliche An- und Umbauten in den folgenden Jahrzehnten zerstörten die beeindruckende, stützenfreie Stahlkonstruktion und den ursprünglichen Raumeindruck. Westphal Architekten aus Bremen ist es gelungen, die unter Denkmalschutz stehende Halle als Zeitzeuge der Baugeschichte zu erhalten. Das Unternehmen Zweirad Stadler führte bereits seine Geschäfte in Berlin und Hannover in denkmalgeschützter Industriearchitektur. Es entschied 2015, seinen bisherigen Leipziger Standort zu verlagern und erwarb die Messehalle 15. Leitgedanke des Umbaus war, durch die Rekon­struktion des ursprünglichen Innenraums eine denkmalgerechte und wirtschaftliche Lösung für das Zweirad-Center zu finden.

Das Konzept sah den Rückbau der nachträglich eingebrachten Sicherungsstützen und mehrerer Geschosseinbauten, die Freilegung der ursprünglichen, tragenden Konstruktion sowie die Abtragung der Kopfbauten an der Nordfassade vor. Da kaum Planunterlagen und Berechnungen aus der Entstehungszeit der Halle vorlagen, fand zuerst eine umfangreiche Recherche zur Baugeschichte sowie ein Studium der damaligen Bauvorschriften und Konstruktionsprinzipien statt. Die Planung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Jens Ritter von der pb+ Ingenieurgruppe in Bremen. Mithilfe komplexer Computermodelle wurde der Nachweis geführt, dass die Halle in ihrer ursprünglichen Spannweite unter Berücksichtigung der vorhandenen Materialeigenschaften und schädigungsbedingter, größerer Imperfektionen standsicher ist. Der Rückbau der Sicherungsstützen erfolgte über Hydraulikeinrichtungen. Um den ursprünglichen Raumeindruck vollends wiederherzustellen, erfolgte außerdem die Öffnung der niedrigeren seitlichen Anbauten zum Innenraum. Die 1950 ergänzten Kopfbauten an der Nordfassade wurden bis auf die Höhe der umlaufenden Anbauten abgetragen und die Fassade durch zwei kleine Neubauten, ganz im Sinne der historischen Halle, geschlossen. Um auch die Geschichte der Halle zukünftig ablesbar zu machen, blieb die im Zuge des Wiederaufbaus eingefügte Verglasung der Hallenaußenwand erhalten. Eine neue großzügige Glasfassade, die den Haupteingang im Erdgeschoss markiert, wurde als zeitgenössische Schicht hinzugefügt.

www.westphalarchitekten.de


Fotos:

Frank-Heinrich Müller
www.photographiedepot.de
Michael Moser
www.michaelmoserimages.de

(Erschienen in Leipzig 01|20)

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