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Ein blaues Wunder erleben

Vom Glück im Wirtshaus zu sitzen

Entlang der Dresdner Elbhänge erstrecken sich die für die Stadt so typischen Villenkolonien.... mehr

Entlang der Dresdner Elbhänge erstrecken sich die für die Stadt so typischen Villenkolonien. Loschwitz ist einer dieser Villenstadtteile am rechten Ufer der Elbe. Seit dem 18. Jahrhundert zog die landschaftliche Lage Loschwitzs verstärkt Wohlhabende und Künstler an, die hier Weingüter und Sommerhäuser errichteten. Das gegenüber liegende Blasewitz ist seit 1893 durch die ikonische Loschwitzer Brücke erreichbar – besser bekannt als das Blaue Wunder. Diese Attraktionen lockten viele Ausflügler und Reisende an. An der Stelle des heutigen ElbeGartens gab es wohl schon sehr früh einen Bierausschank, belegt sind die Planungen von 1864 für den Umbau eines Gasthofs zu einem Hotel: 1881 war das weithin bekannte Hotel Demnitz fertiggestellt, das mit Wintergarten, Gesellschaftszimmer, Gaststube, Kegelbahn und einem Ballsaal für bis zu 800 Personen ausgestattet war. Nicht nur die Eröffnung des Blauen Wunders wurde hier gefeiert, sondern auch private Feste von Generationen Dresdner Familien. Nach mehreren Besitzerwechseln verfiel das Objekt zusehend. 2005 wurde die Bewirtschaftung des Biergartens direkt am Blauen Wunder wieder aufgenommen.

Seidel+Architekten aus Pirna wurden mit umfangreichen Umbaumaßnahmen für ein Restaurant beauftragt. Leitidee war, in den Innenräumen des früheren Hotels Altes mit Neuem zu verbinden und stilprägende Elemente des denkmalgeschützten Gebäudes zu erhalten. Die Gewölbebögen aus Ziegeln, die Sandsteinwände und Säulen sind Zeitzeugen des imposanten Baus und wurden sorgsam aufgearbeitet. Eine neue Lichtdecke greift das frühere riesige Oberlicht auf, das den Raum damals mit Tageslicht flutete. Differenzierte Teilbereiche gliedern die weitläufige Räumlichkeit und sprechen unterschiedliche Nutzergruppen an. Der Barbereich erinnert mit großen, fensterähnlichen Spiegeln sowie großflächigen Regalen und Tresen an eine urbane Großstadtbar. Der durch ein Podest abgesetzte Sitzbereich ist dagegen mit filigranen Leuchten und floralen Sitzmöbeln gemütlich und leicht verspielt gehalten. Der Hauptraum bietet Platz für Veranstaltungen und kann mit großen rollbaren Buffetschränken geteilt werden. Die lose Möblierung und modern interpretierte Kronleuchter rufen Erinnerungen an das frohe Treiben in Wirtshäusern hervor.

Das Frühlingszimmer stellt eine erfrischende Oase der Ruhe dar. Efeuranken an einem Spalier und die auf einem Sockel thronenden Pflanzen vermitteln die beruhigende Atmosphäre der Natur. Eine grüne Sitzbank mit samtigen Stoffen wirkt wie weiches Moos. Die großen Fenster mit Rundbögen schaffen eine direkte Blickbeziehung in die Natur. Die mit modernster Technik ausgestattete gute Stube kann geschäftlich oder privat genutzt werden. An einer langen Tafel finden mehr als 20 Personen Platz. Die grob verputzte Wand greift die Gestaltung alter Wirtshäuser auf und setzt in Verbindung mit dem Hirnholzboden und bodentiefen Vorhängen romantische Akzente. Ein Regal mit alten Bildern und Postkarten erzählt die Geschichte des Gebäudes nach und lässt in Erinnerungen schwelgen. An der Wand angebrachte Teller aus verschiedenen Epochen stehen für die Bedeutung von Tradition und Moderne. So verschmelzen Zeitgefüge miteinander und der wichtigste Wesenszug eines Wirtshauses wird deutlich: Hier lassen sich in guter Gesellschaft die besten Stunden genießen, ohne der Zeit zu viel Bedeutung beizumessen.

www.seidelarchitekten.de

Fotos:

SeidelStudios
www.seidelstudios.de

(Erschienen in CUBE Leipzig 01|22)

 

Architekten: Seidel Architekten www.seidelarchitekten.de Tischler: Heinze Objektkonzept... mehr
Architekten:

Seidel Architekten
www.seidelarchitekten.de

Tischler:

Heinze Objektkonzept
www.heinze-ok.de

Leuchten:

Foscarini
www.foscarini.com

Fontana Arte
www.fontanaarte.com

Stühle:

Kartell
www.kartell.com

Stühle und Tische:

Ton
www.ton.eu

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