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Zum „Winner-Interior-Public“ gekürt

Konsequente Innenarchitektur der denkmalgeschützten Bibliothek des OLG Köln

Vor gut 100 Jahren wurde das Gebäude des Ober­­landesgerichts Köln am Reichenspergerplatz als... mehr
Vor gut 100 Jahren wurde das Gebäude des Ober­­landesgerichts Köln am Reichenspergerplatz als wahrer Prachtbau der Justiz feierlich eröffnet. Eine lange Zeit, welche Spuren hinterließ und nun Modernisierungen in der Bibliothek erforderlich machte. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Glasdach über dem großen Lesesaal durch eine moderne Neukonstruktion ersetzt und der Fußboden erneuert. Darüber hinaus sollten die vorhandenen historischen Ausbauten aus dunklem Eiche-Massivholz durch einen zeitgemäßen, raumbildenden Ausbau für weitere Funktionen ergänzt werden und damit die Gesamtmaßnahme abge­schlos­sen werden.

Beauftragt wurde hierfür der Innenarchitekt Andreas Franke, der ein Konzept zur Integration von neuen Möbelelementen in eine denkmalgeschützte Umgebung entwickelte und an­schließend umsetzte. Dabei wurde von Anfang an großer Wert darauf gelegt, dass Historie und neu Hinzugefügtes ablesbar sind und in einen deutlichen zeitlosen Dialog miteinander treten.

Da die denkmalgeschützte Bibliothek über zwei Räume verfügt, die durch eine Flurzone unterbrochen werden, sah der Entwurf vor, die hinzugefügten, raumbildenden Ausbauten, den Glaskuppel-Saal über den Flur hinweg mit dem neuen Lese-Loungebereich und der Empfangszone gestalterisch zu verbinden. Neue Side- und Highboard-Elemente bieten zu­sätzlichen Stauraum für Bücher, schaffen Übergänge und gliedern verschiedene Funktionsbereiche, die dem Nutzer unterschiedliche Aufenthalts- und Arbeitsqualitäten anbieten. Zusätzlich wird dieses Konzept durch eine variable LED-Lichttechnik in den Sockelbereichen der Möbel unterstrichen, die den Elementen jegliche Schwere zu nehmen scheint. Die gesamte Lichttechnik ist steuerbar und bietet die Möglichkeit, entsprechende Atmosphären für bevorstehende Lesungen oder Empfangsveranstaltungen des Präsidiums zu kreieren.

Das Material der massiven Eiche wird unter anderem von alt ehrwürdigen Wandvertäfelungen in Detailausbildungen der Anleimer adaptiert, farblich variiert und in einen zeitgemäßen, kontrastierenden Kontext gesetzt. So findet sich zum Beispiel Linoleum in Schrankfronten wieder, welche durch Schreibeinlagen in historischen Lese- und Arbeitstischen inspiriert wurden.

Mit der Gesamtfertigung der Holzmöbelteile waren die Arbeitsbetriebe der Justizvollzugsanstalt (JVA) Remscheid in Zusammenarbeit mit der Möbeltischlerei Uwe Scholz aus Werdohl beauftragt. „Die Umsetzung des Konzeptes durch die Werkstätten erfolgte in enger und exzellenter Teamarbeit“, zeigt sich Franke über die Zusammenarbeit begeistert. Und die Leiterin der JVA Remscheid, Katja Grafweg, ergänzt: „Für die JVA Remscheid ist dieses Projekt eine hervorragende Gelegenheit gewesen, zu zeigen, dass auch außergewöhnliche und besonders anspruchsvolle Arbeiten für eine JVA keine unlösbare Aufgabe darstellen.“

Entstanden ist eine moderne, zeitgemäße aber zugleich ihrer historischen Verpflichtung gerecht werdende Innenarchitektur, die zudem ihren eigentlichen Zweck, nämlich die Bereitstellung der juristischen Fachliteratur, in vollem Umfang und jetzt auch in besonderem Ambiente erfüllt. Das sah auch die Fachjury des Rates für Formgebung so, als sie die Innenarchitektur der Bibliothek bei den Iconic Awards 2013 mit dem Titel „Winner-Interior-Public“ auszeichnete.

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Fotos

Guido Franke
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