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Von der Produktionsstätte zum Büroareal

Rund um die Seiler-Höfe an der Schanzenstraße in Köln-Mülheim

Anfang der 90er Jahre führte der Niedergang der industriellen Produktion in Köln-Mülheim zu einem... mehr
Anfang der 90er Jahre führte der Niedergang der industriellen Produktion in Köln-Mülheim zu einem Brachliegen großer zusammenhängender Flächen. Besonders betroffen war der nördliche Bereich der Schanzenstraße, wo sich die Produktionsstätten der Schamottefabrik Martin & Pagenstecher und der Drahtseilerei von Felten & Guilleaume befanden. Seit Mitte der 90er Jahre wurde das gesamte Areal von einem lokalen Investor sukzessive revitalisiert.

Nachdem in den ersten Jahren Aufräumarbeiten, gezieltes Lichten des Bestandes sowie Instandsetzung der erhaltenswerten Hallen- und Gebäudesubstanz im Vordergrund standen, folgten bald erste Um- und Anbauten, die eine systematische Aufwertung der Situation durch architektonische Qualität verfolgten. Ziel war es, ein neues Image entstehen zu lassen und einen Ort der Identifikation zu schaffen. In diese Ära fiel auch die Umnutzung der Seilerei zu einem Bürogebäude für die Bayer Business Services, mit der die Architekten Trint+Kreuder d.n.a Köln beauftragt wurden. Mit speziellen Planungs- und Umsetz­ungsstrategien sollten sie eine Fertigstellung des Komplexes mit nahezu 16.000 m² Mietfläche innerhalb von nur neun Monaten ermöglichen. Dabei galt es, die klare historische Grundstruktur der 5-geschossigen, hohen und lang gestreckten Hallen in eine prägnante Komposition für eine Büronutzung zu überführen.

Imposante lineare Flure mit industriellem Habitus, von historischen Ziegel- und Beton-Oberflächen mit ihren jeweiligen Gebrauchsspuren umgeben, sind das gestalterisch prägende Element der neuen Nutzung. Die Flure, welche die gesamte Länge des Gebäudes von 230 m von Stirnseite zu Stirnseite erlebbar machen, dienen als neues Rückgrat der Anlage. Großformatige Eichenholz-Türelemente, aufgereiht im Wechselspiel mit rahmenlosen Glasflächen entlang endlos anmutender Stahlschienen lassen die Flure in ständig gleitender Bewegung auf dem homogen fließenden Industrieparkett erscheinen.

In der bislang letzten Phase der Revitalisierung wurden die ausgedehnten Hallenflächen von 280 x 70 m hinter der Seilerei zu einem kleinteiligen Gewerbeareal unterschiedlichster Branchen umgenutzt. Hierbei setzten sich Trint+Kreuder d.n.a Köln zum Ziel, individuell nutzbare Außenraumqualitäten zu entwerfen, die den Arbeitswelten unmittelbar zugeordnet sind und damit Lebensräume zu schaffen, wie sie sonst nur in Wohnwelten üblich sind. Gleichzeitig galt es, mit den „Seiler-Höfen“ neue markante und Identität stiftende, städtebauliche Akzente innerhalb des industriell geprägten Stadtraums zu setzen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde eine durchgängige Entwurfsstrategie für den gesamten Komplex entwickelt. Ein historisch und formal disparater Fundus vorgefundener Beton- und Stahlbauteile an Dächern, Böden und Fassaden bildete hierbei den Grundstock. Dabei wurden sämtliche brauchbaren Bauteile in die Umnutzung einbezogen und zu einer durchgängigen Entwurfsstrategie weiterentwickelt. Ein einheitlicher Material- und Farbkanon, basierend auf dem warmen Betongrau, prägt das gesamte Erscheinungsbild. Verglaste Fassadenabschnitte erhalten durch gestanzte Bleche in abstrakter, industriell anmutender Komposition einen hohen Wiedererkennungswert und vermeiden ganz bewusst jede Assoziation in Richtung einer konventionellen Bürofassade.
Flexible, kleinteilige Grundrisse garantieren eine dauerhafte Vermietbarkeit und erzeugen einen abwechslungsreichen Mix aus ein- und zweigeschossigen Einheiten.

www.schanzenstrasse.de
www.dna-ex.com
Architekten D.N.A. www.dna-ex.com Fotos Atelier für Mediengestaltung www.afm-koeln.de... mehr

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D.N.A.
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www.afm-koeln.de Christian Richters
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