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Vollendung!

Die Umstellung zur Ganztagsschule war ein Glücksfall für das Stadtgymnasium Köln-Porz

Früher war um die Mittagszeit Schulschluss – das Essen stand zu Hause auf dem Tisch, die... mehr
Früher war um die Mittagszeit Schulschluss – das Essen stand zu Hause auf dem Tisch, die Hausaufgaben wurden am eigenen Schreibtisch erledigt, danach ging es zum Sport und zum Spielen nach draußen. So oder so ähnlich war der Schulalltag. Heute sieht es anders aus. Die Schule ist zur Ganztagsschule geworden – Mittagsversorgung mit anschließender Schul- und Lernbetreuung ist zur Gewohnheit geworden. Für die meisten bestehenden Schulen bedeutet das aufwendige Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen, oft verbunden mit Kompromissen und Abhängigkeiten. Das Stadtgymnasium Köln-Porz hatte glücklicherweise Platz auf dem Schulgelände, so dass im April diesen Jahres der Ganztagsbetrieb in einem neuen Erweiterungsbau offiziell eröffnet werden konnte. Für die funktionale und architektonische Ausführung sowie die städtebauliche Einbindung ist das Architekturbüro Hahn Helten + Assoziierte aus Aachen verantwortlich gewesen.

Das Gymnasium ist hauptsächlich ein in den 1950er Jahren erbautes zweigeschossiges Gebäudeensemble, das sich zusammen mit der Sporthalle und der im letzten Jahrzehnt erstellen Aula um den Schulhof anordnet. Der neue zweigeschossige, kubusartige Baukörper mit seiner charakteristischen hellgrauen auskragenden Box schließt einen offenen Bereich zwischen Schulhof und rückwärtigem Parkplatz und grenzt gleichzeitig an die Stirnseite des Bestandsgebäudes an. Der Effekt dabei: der Neubau vermittelt in Höhe und Form zwischen den bestehenden Schulgebäuden und trägt so zu einer deutlichen Verbesserung der räumlichen Situation auf dem Gelände bei.

Der Haupteingang des Erweiterungsbaus befindet sich auf der Seite des Schulhofes. Über einen Windfang werden sowohl die Mensa, das zweigeschossige, verglaste Foyer sowie der Bestandsbau erreicht. Die Architekten haben sich richtigerweise dazu entschlossen, eine bestehende Treppe zu entfernen und entsprechend so neu zu bauen, dass sie heute die vertikale Erschließung für Neu- und Altbau übernimmt. Im Obergeschoss angelangt, führt eine Galerie vorbei am Lehrerzimmer in den Ganztagsbetrieb. Die in der Mitte angeordnete Flurzone im Obergeschoss zeigt sich unterschiedlich breit und bietet so mit fest eingebauten Sitznischen neben der generell hohen Aufenthaltsqualität auch die Möglichkeit zur „Selbstlernerzone“. Daran angeschlossen sind geräumige Betreuungsklassenzimmer, die über große Fensterbänder mit viel Licht versorgt werden. Die Gestaltung der neuen Räumlichkeiten ist modern und unaufdringlich. Um die gelegentlich neutrale Formensprache aufzulockern, wurden die Einbauten in der Mensa und in der Flurzone, die Sonderelemente wie Geländer und der Linoleumboden in den Betreuungsräumen farbig gestaltet. Durch die Umstellung zur Ganztagsschule und die Notwenigkeit eines Neubaus findet nun das Gebäudeensemble des Gymnasiums seine Vollendung. Weitere Reformen im Schulwesen sollten die nächsten Jahrzehnte ausbleiben.

www.hahn-helten.de
Architekten: Hahn Helten+ Assoziierte www.hahn-helten.de Fotos: Axel Hartmann... mehr

Architekten:

Hahn Helten+ Assoziierte
www.hahn-helten.de

Fotos:

Axel Hartmann Fotografie
www.ah-fotografie.de