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Sehen und gesehen werden

Der neue WDR-Pavillon auf dem neu gestalteten Hanns-Hartmann-Platz in Köln

Seit weit über 50 Jahren gehört der WDR zu Köln. Er ist alltäglich präsent als Radio- und... mehr
Seit weit über 50 Jahren gehört der WDR zu Köln. Er ist alltäglich präsent als Radio- und Fernsehsender, doch man trifft in der Innenstadt auch auf seine bauliche Präsenz. Gleich einer Kette reihen sich etwa ein Dutzend WDR-Gebäude vom Funkhaus am Wallrafplatz, dem Archivhaus über der Nord-Süd-Fahrt und den WDR-Arkaden, dem Besucherzentrum, dem Vierscheibenhaus bis hin zum „Haus Berlich“ am Hanns-Hartmann-Platz.

Hanns-Hartmann war der erste Intendant des WDR; der nach ihm benannte Platz liegt, wenn auch unmittelbar an den öffentlichen Raum der Breite Straße angrenzend, auf dem Grundstück des WDR. Geradezu eine Verpflichtung für den Sender, dem Platz eine besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Allerdings litt der Platz zuletzt darunter, eben nur ein Anhängsel der Breite Straße, eine Aufweitung der Fußgängerzone ohne eigenes Charisma zu sein. Der WDR beauftragte daher den Architekten Prof. Ulrich Coersmeier mit der Neugestaltung des 731 m² großen Platzes. Ziel war es, ihn durch eine hohe Aufenthaltsqualität zu beleben und attraktiv zu machen.

Die neue Platzoberfläche nimmt Material und Struktur der Breite Straße auf und führt damit optisch konsequent zusammen, was von den Passanten räumlich sowieso schon als Platzeinheit wahrgenommen wird. Ein 205 m² großes Wasserbecken markiert den Übergang zum angrenzenden WDR-Gebäude und sorgt für die gewünschte Distanz zwischen belebtem Platz und der konzentrierten Arbeitswelt in den Büroräumen des Erdgeschosses.

Das auffälligste Zeichen für die Neudefinition des Platzes ist jedoch der 140 m² große Neubau des WDR-Pavillons, in dem sich das Restaurant „Pure“ befindet. Als Solitär an der Platzkante zur Straße „Auf dem Berlich“ nimmt er konsequent städtebauliche Linien der umgebenden Bebauung auf und proportioniert die Platzfläche. Sein bewusst auf Offenheit und Transparenz angelegter Charakter wird durch die Material- und Lichtplanung wirkungsvoll unterstützt. Eine großzügige Verglasung erlaubt viele Aus-, Durch- und Einblicke, auch begünstigt durch liegende Scheibenformate und filigrane Rahmen. Der Bodenbelag im Innenbereich passt sich in seiner Farbigkeit an den Platzbelag an; Innen- und Außenraum der Gastronomie werden als zusammengehörende Einheit wahrgenommen. Der Architekt erläutert hierzu: „Man sitzt auch innen auf dem Platz – der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist also ganzjährig gegeben.“

Nun ist das mit der Transparenz großflächiger Verglasung so eine Sache – denn je nach Lichteinfall können solche Flächen auch dunkel und undurchsichtig wirken oder die umgebende Bebauung spiegeln. Diesem Effekt tritt der Pavillon jedoch mit einer aufmerksamen Lichtplanung entgegen; eine verglaste Dachfuge im Anschluss an den Betonkern sorgt auch tagsüber für eine Hinterleuchtung der Glasfassade; nachts ist es die indirekte Beleuchtung der Decke und des Betonkerns. Man sieht von außen stets ins Helle hinein.

Das scheinbar schwebende Flugdach liegt auf einem schmalen Betonkern im Inneren des Pavillons, in dem sich die Sanitär- und Technikbereiche befinden. Die Inneneinrichtung des Restaurants führt die dezente und minimalistische Architektur konsequent weiter.

Köln hat einen attraktiven Platz und kommunikativen Ort mit besonderer Atmosphäre hinzugewonnen. Wann werden Sie dort sehen und gesehen werden?

www.coersmeier.com
Architekten Prof. Ulrich Coersmeier  www.coersmeier.com Fotos Constantin... mehr

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Prof. Ulrich Coersmeier 
www.coersmeier.com

Fotos

Constantin Meyer
www.constantin-meyer.de