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NEUER BADESPASS IN WIPPERFÜRTH

Sanierung des Walter-Leo-Schmitz-Bades

Hohe Energiekosten und rote Zahlen zwangen die Stadt Wipperfürth zu einer Entscheidung: Sollte... mehr
Hohe Energiekosten und rote Zahlen zwangen die Stadt Wipperfürth zu einer Entscheidung: Sollte das 1974 erbaute Walter-Leo-Schmitz-Bad geschlossen oder saniert werden? Die Antwort brachte ein Konzept, das eine kostengünstige Sanierung vorsah. Dabei war es das Ziel, die Funktionshalle modern aufzuwerten, den Saunabereich den heutigen Bedürfnissen und den gängigen energetischen Standards anzupassen, um das Bad auf diese Weise kostendeckend zu betreiben. Hier bewies das Kölner Büro Pannhausen Architektur planerisches und gestalterisches Fingerspitzengefühl.

Unter der Prämisse, die Bestandsarchitektur der 1970er-Jahre zeitgemäß, aber behutsam neu interpretieren zu wollen, entwickelten die Architekten ein Farb- und Materialkonzept, das eine klare Trennung der Bereiche Bad und Sauna und damit einhergehend eine einfache, bedarfsorientierte Wegführung durch das Gebäude mit seinem eigenwillig verwinkelten Grundriss ermöglicht. Dies wird bereits im Eingangsbereich deutlich, wo der Besucher von einem Kassenpaneel in strahlendem Orange empfangen wird, um von hier nach links in die Schwimmhalle, nach rechts in die Sauna geleitet zu werden. Die sich nach links anschließende, hellblau gekachelte Wand am Treppenabgang nimmt gemeinsam mit dem Kassenpaneel bereits den Farbklang der Schwimmhalle vorweg, die sich in kräftigen Farbtönen präsentiert. Hier blieben die Bestandsfliesen, eine Sonderanfertigung für das Wipperfürther Bad, in weiten Teilen erhalten. Die lamellenartig vertikal strukturierte Sichtbetonwand der 1970er-Jahre wurde ebenfalls erhalten und mittels eines neuen Beleuchtungskonzeptes als Blickfang inszeniert. Ihre stumpfe Oberfläche kontrastiert mit den lebendigen, farbig leuchtenden Transparenzen der darunter liegenden gläsernen Schiebeelemente, die für einen optisch fließenden Übergang der Halle in die Funktionsbereiche Umkleide und Sanitär sorgen. Dem einfachen Charakter der Halle steht der hochwertigere und insgesamt ruhige Gesamteindruck des Saunabereichs gegenüber. Während die Raumstruktur im Badebereich weitestgehend bestehen blieb, plante man die Sauna großzügig um und erweiterte sie durch einen Außenbereich. Die ehemals klinisch weiß gefliesten Wände und Böden sowie die Neonbeleuchtung wichen einem neuen Farbkonzept, für das der umliegende Bergische Wald Pate stand: Gekachelte Wandflächen und Umkleidenmobiliar in sanftem, kühlen Lindgrün fügen sich harmonisch zu Böden aus achatgrauen, warm anmutenden Kacheln, im Außenbereich aus dem regional bedeutenden Naturstein Grauwacke. Zunächst spielte man im Bodenbereich mit dem Gedanken an größere Fliesenformate, aber aufgrund der notwendigen Rutschfestigkeit fiel die Entscheidung auf Fliesen mit den Maßen 15 x 15 cm aus der Global Collection des Fliesenherstellers Mosa, die den Anforderungen an die Rutschhemmung gerecht werden. An den Wänden konnten aus Kostengründen nicht alle Flächen neu gefliest werden, sodass das Bestandsformat beibehalten wurde.

Tageslicht in Kombination mit dezentem Kunstlicht unterstützen die Beruhigung des Saunabereiches ebenso, wie Abhangdecken aus Akustikplatten. Insgesamt kamen vorwiegend einfache, robuste Materialien zum Einsatz. Das Ergebnis beweist einmal mehr, dass ein konsequentes gestalterisches Konzept auch mit kleinem Budget realisierbar ist – und das, ohne dem Bestandsgebäude sein ursprüngliches Gesicht zu nehmen. Was dem Auge des Besuchers verborgen bleibt, ist das Herz der sanierten Schwimmbadtechnik: Ein Blockheizkraftwerk, das gemeinsam mit einer modernen Wärmedämmung eine Senkung der Betriebskosten und so die langfristige Existenz des Bades ermöglicht.

www.pannhausen-architektur.de
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Pannhausen Architektur
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Fotos

Thorsten Kern
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