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Mehr als ein ehrwürdiger Sockel

Eine rundum neue Qualität: Die Umgestaltung der Domumgebung

Veränderungen im Stadtraum benötigen ab und an etwas Zeit, um sich einzufügen und um akzeptiert... mehr
Veränderungen im Stadtraum benötigen ab und an etwas Zeit, um sich einzufügen und um akzeptiert zu werden. Das kann man von der Neugestaltung der Domumgebung nicht behaupten – unlängst fertiggestellt präsentiert sich die östliche Seite am Kölner Dom als selbstverständlicher „Baustein“ in dem verflochtenen Gefüge aus Kirche, Museum, Platz und Straßenraum. Die städtebauliche Verbesserung war bekanntlich lange Jahre Thema bei der Stadt und in der Bevölkerung. Im Jahr 2010 konnte schließlich das beauftragte Münchner Architekturbüro Allmann Sattler Wappner Architekten ihr Gesamtkonzept mit dem Ziel, den Raum im Kontext von Dom und Nachbarbauten spannungsvoll und vielfältig nutzbar zu inszenieren, peu à peu in vier Bauabschnitten realisieren.

Was die Neugestaltung so besonders und selbstverständlich macht, ist, dass sich der in hellem Naturstein verkleidete Sockel auffällig unauffällig aus dem Bestehenden weiterentwickelt und sich ganz dem stadträumlichen Erleben des Kölner Doms als UNESCO-Weltkulturerbe verpflichtet fühlt. Diesem Prinzip folgend haben die Architekten einfach lesbare, räumliche Situationen geschaffen, die die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Bereich auf allen Ebenen um den Dom wieder herstellen. So führt eine geschwungene, breite Rampentreppe direkt auf den Haupteingang des Museums Ludwig zu und stellt gleichzeitig eine Verbindung zwischen der Domplatte und dem bestehenden Baptisterium her. Dieser älteste, frühchristliche Tauf-Ort nördlich der Alpen ist in dem Domsockel integriert und fest im Stadtraum verankert. Auf dem vorgelagerten platzartigen Straßenraum steht heute der versetzte Dionysus-Brunnen, der an dieser Stelle wieder in den Vordergrund rückt. An anderer Stelle im Sockelbereich sind zusätzlich Schauräume und Depots integriert worden, die – als öffentliche Vitrinen – Werke der Dombauhütte und des Römisch-Germanischen Museums verstärkt zur Geltung bringen.

Eine weitere Neuorganisation galt den verkehrsbelastenden Straßen rund um den Dom. Der Verkehr wird auf zwei Fahrspuren beschränkt, während die Flächen für den Rad- und Fußgängerverkehr erweitert und neu gestaltet wurden. Offen, hell und einladend erscheinen heute die Wege, Plätze und Unterführungen mit dem Erfolg, dass ein wichtiger Stadtraum eine neue Identität erhalten hat und die topographisch und historisch exponierte Lage des Kölner Doms durch die kraftvolle Betonung des Sockelbereichs wieder ablesbar wird.

www.allmannsattlerwappner.de
Architekten: Allmann Sattler Wappner Architekten www.allmannsattlerwappner.de Fotos:... mehr

Architekten:

Allmann Sattler Wappner Architekten
www.allmannsattlerwappner.de

Fotos:

Brigida González