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Gut untergebracht

Ansprechendes Wohngebäude für Flüchtlinge

Noch vor der im Jahr 2015 aufgekommenen Flüchtlingskrise begann die GWG Wohnungsgesellschaft... mehr

Noch vor der im Jahr 2015 aufgekommenen Flüchtlingskrise begann die GWG Wohnungsgesellschaft Rhein-Erft, sich mit der modularen Bauweise auseinanderzusetzen. Das erste Grundkonzept, das in Holzrahmenbauweise geplant ist, wurde innerhalb kurzer Zeit erarbeitet. Federführend daran beteiligt war der Architekt Stawros Chatzoudis der GWG Neubauabteilung. Dreigeschossig bietet das Konzept die Möglichkeit, über einen vertikalen Erschließungskern und den zugeordneten Laubengängen eine variable Anzahl an Wohnungen zu erschließen. Unter dem Einfluss der Flüchtlingskrise wurden dann die Wohnraumförderbestimmungen des Landes NRW sowie die neu eingeführten Richtlinien mit in die Konzeptüberlegungen einbezogen, sodass Barrierefreiheit, optionale Aufzüge und auch das Vorsehen der Errichtung von Balkonen und Terrassen in das Grundkonzept mit einflossen. 

So sah dieses nun ein dreigeschossiges Wohngebäude, bestehend aus zwölf Zwei-Zimmer-Wohnungen mit je rund 60 m² und drei Fünf-Zimmer-Wohnungen mit jeweils ca. 120 m² Wohnfläche vor. Um die Holzbauweise auch im Außenbereich sichtbar werden zu lassen, wurde eine unbehandelte, sägeraue Keilspundschalung aus sibirischer Lärche gewählt. Im Innenbereich sind bis auf die Decken in den Bädern und im Treppenhaus alle Innendecken mit 3-Schichtplatten aus Fichte bekleidet. Die Grundrisse sind in fünf Schichten aufgebaut. So bilden die Laubengänge die erste Schicht, die der Erschließung dient. Anschließend folgt die für alle Bewohner nutzbare Zone mit Wohnküche und Badezimmer, bevor sich die privaten Aufenthaltsräume anschließen. Balkone und Terrassen bilden den Abschluss und den Übergang ins Freie. Alle Wohnungen werden direkt über die offene Wohnküche erschlossen. Die beiden Aufenthaltszimmer, die jeweils einen direkten Zugang zum Balkon haben, sind gleichwertig ausgebildet und verfügen über jeweils ca. 15 m² Fläche.

Mit dem Ziel, auch beim Grundstückszuschnitt flexibel zu sein, wurde parallel ein weiteres Konzept entwickelt, das zwölf Zwei-Zimmer-Wohnungen bei insgesamt rund 720 m² vorsieht. Dieses zweite Konzept mit der Option der Errichtung von Balkonen und einem Aufzug wurde ebenfalls als normales Wohngebäude für Flüchtlinge, aber auch für eine Nutzung im Anschluss, konzipiert. Das erste Konzept wurde fünf Städten – darunter Frechen – zur Errichtung und Versorgung von Flüchtlingen mit Wohnraum vorgestellt. Die beiden Unternehmen Holzbau Kappler und Kampshoff schlossen sich zu einer Kooperationsgemeinschaft zusammen, um gemeinsam das erste Konzept zu realisieren. Nach einigen Verzögerungen und vielen Diskussionen wurde dieses zum 1. Oktober 2017 in Frechen fertig gestellt und bietet nun Flüchtlingen eine ansprechende Unterkunft.

www.gwg-rhein-erft.de