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Gewächshäuser und Orangerien

Ein neues Schaugewächshaus ergänzt den legendären Glaspalast

Der Wunsch nach einem neuen Botanischen Garten führte dazu, dass sich 1862 ein Komitee aus zwölf... mehr

Der Wunsch nach einem neuen Botanischen Garten führte dazu, dass sich 1862 ein Komitee aus zwölf namhaften Kölner Bürgern unter Führung des Bankiers Eduard Oppenheim zusammenschloss und die Aktiengesellschaft „Flora“ gründete. Zweck der Gesellschaft war die Anlage eines botanischen Zier- und Lustgartens, die Errichtung von Treibhäusern und Wintergärten sowie die Benutzung des Gartens als Versammlungs- und Vergnügungsort. So beginnt die Geschichte des Kölner botanischen Gartens mit dem darin befindlichen legendären Glaspalast „Flora“. Der Bau entstand nach dem Vorbild des Crystal-Palace im Londoner Hydepark. Die für die damalige Zeit zwar äußerst moderne, vorgefertigte Glas- und Eisenkonstruktionen galt als ein reiner Ingenieurbau und wurde dem Bedürfnis nach einer repräsentativen, schlossartigen Architektur nicht gerecht. So ergänzten Elemente der Neorenaissance und des romanischen Rundbogenstils mit Anklängen des Maurischen Stils die Fassade. Die 11,5 ha große und älteste Grünanlage Kölns mit allen dazugehörigen Bauten war jedoch gesäumt von Kriegszerstörung und Verrottung aus Mangel an finanziellen Mitteln. Erst später begann in verschiedenen zeitlichen Abschnitten der sukzessive Aufbau des gesamten Botanikums inklusive der Gebäude. Allen voran der Flora und ihrer aufwendigen Konstruktion des Tonnendachs. Ebendieses war auch vor zehn Jahren erneut der Schwerpunkt für die Planung, Rekonstruktion und Generalsanierung des inzwischen denkmalgeschützten Gebäudes. Die neu zu erstellenden Bauteile wurden nicht als originalgetreue Replik gefertigt, sondern in Anlehnung an das historische Vorbild gestaltet. So waren z. B. die Rosettenfenster im Dach früher aus vielen einzelnen Scheiben mit gusseisernen Sprossen gefertigt. Nun sind sie dem Stand der Technik entsprechend aus Wärmeschutzglas hergestellt, in dem die Ornamentik der alten Fenster als Bedruckung der Scheiben wieder aufgegriffen wurde. Zudem erhielt das Tonnendach eine Deckung aus Zinkblech, welches die Umsetzung der aktuellen Anforderungen an Schallschutz und Wärmedämmung erfüllt. Alle Räume sind mit dimmbaren LED-Lampen, einer adäquaten Klimaanlage und einer hochwertigen Veranstaltungstechnik ausgestattet. Die alten Anbauten auf der Nordseite wurden im Zuge der Maßnahme abgerissen und durch einen einzigen modernen Neubau ersetzt. Dieser Baukörper verfügt über eine großflächige Verglasung, deren geschosshohe Scheiben pro Stück etwa 600 kg Gewicht aufweisen.

Mit den aktuell in Planung befindlichen Neubauten eines Schaugewächshauses sowie einer Orangerie begann nun in diesem Jahr die bislang letzte Phase der über Jahrzehnte angelegten Sanierungsetappen. Die Besonderheiten der aus Glas und wenig Stahl bestehenden Schalenkonstruktion bilden u. a. für das Foyer und die Besucherplattform ein weit auskragendes Vordach sowie eine Außenrampe, die eine Vogelperspektive über den gesamten Botanischen Garten ermöglicht. Die Eröffnung des über elf Millionen teuren Bauvorhabens ist für das Jahr 2021 vorgesehen.