Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Farbenfroher Raumgewinn

Grasgrüner Anbau im Hinterhof

Der ab 1875 parallel zur Eisenbahn angelegte Straßenzug in Köln-Ehrenfeld wird vorwiegend durch... mehr

Der ab 1875 parallel zur Eisenbahn angelegte Straßenzug in Köln-Ehrenfeld wird vorwiegend durch dreigeschossige und dreiachsige Gebäude geprägt. Der Bestand, der hier im Jahre 2011 erweitert wurde, gehört zu den frühesten, noch vorhandenen Dokumenten der Bebauung. Es vertritt das für Köln typische Dreifensterhaus auf L-förmigen Grundriss, mit Eingang in der Seitenachse. Die Hinterhöfe erhalten durch die nachträgliche Verbreiterung und Anhebung der Bahnlinien sehr harte Raumkanten.

Bei der Erweiterung des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert handelte es sich um einen privaten Auftrag. Den Wünschen der Bauherrin folgend sollte das Architekturbüro Gablik Otto Architekten in erster Linie einen zusätzlichen multifunktionalen Raum schaffen. Die Herausforderung hierbei: Trotz der kleinen bebaubaren Grundfläche war unter Einhaltung der geforderten Abstandsflächen zum Nachbarn ein maximaler Raumgewinn gewünscht.

Unter minimalem Einsatz von Baumaschinen ist nach einer Bauzeit von fünf Monaten schließlich ein grasgrüner Anbau entstanden. Dieser erweitert das dreigeschossige unter Denkmalschutz stehende Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1877 auf bewusst kontrastierende Weise, was auch die plakative Nebeneinanderstellung der beiden unterschiedlichen Zeitepochen 1877 | 2011 unterstreicht. Doch obgleich sie kontraststark nebeneinander stehen, sind sie doch aufeinander zugeschnitten und ergeben so eine harmonische Einheit.

Der Entwurf folgt einer reduzierten, schnörkellosen und funktionalen Leitidee, so dass heute ein Gebäude von zeitlosem Design das Bestandsobjekt erweitert. Der zusätzliche Platz zum Leben entsteht auf kleinstem Raum, wobei vor allem Licht und Transparenz den Entwurf bestimmen und charakterisieren. „Licht und Lebensqualität gehören einfach zusammen“, so die verantwortliche Architektin Annegret Otto. „Daher haben wir große Fensterflächen und schmale Profile gewählt.“ Die Schiebetür im Erdgeschoss und die oberen, nach außen drehbaren Fenster lassen eine optimale Raumausnutzung zu. Sie sorgen nicht nur für mehr Tageslicht, sondern vermitteln auch das Gefühl von mehr Platz im Raum. Nicht zuletzt trägt dazu auch die farbintensive Gebäudehülle bei, die das Engegefühl zwischen den Grenzmauern und der Hochtrasse der Deutschen Bahn AG vertreibt. Dank ganz neuer Blickbezüge wird das Zusammenspiel der Hinterhöfe verändert und völlig neu komponiert. Der verbliebene Aussenraum gewinnt somit an Wohnlichkeit. Bei den 3-fach verglasten Fenstern handelt es sich um dänische Fensterprofile, die innen aus einem Holzrahmen und außen aus Aluminium Flügel bestehen. Während die Bodenplatten und die Fundamente aus Stahlbeton sind, weisen die Außenwände und das Dach einen Holzrahmenbau mit Zellulosedämmung, Agepan Dämmplatte und Putz auf.

www.gablikottoarchitekten.de

Architekten Gablik Otto Architekten www.gablikottoarchitekten.de Fotos Doris Frohnapfel... mehr

Architekten

Gablik Otto Architekten
www.gablikottoarchitekten.de

Fotos

Doris Frohnapfel
www.dorisfrohnapfel.de