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Fachgerecht saniert

Umnutzung einer historischen Anlage aus dem Jahre 1728

In dem beschaulichen Ort Kreuzau-Boich befindet sich direkt neben der historischen,... mehr

In dem beschaulichen Ort Kreuzau-Boich befindet sich direkt neben der historischen, denkmalgeschützten Pfarrkirche St. Gereon und dem Firmengelände eines Zimmerer- und Dachdeckerbetriebes die Fachwerkanlage aus dem Jahr 1728. Wegen seiner städtebaulichen markanten Lage ist dem Objekt eine besondere Bedeutung beizumessen. Nicht zuletzt auch aufgrund des Zusammenhangs, da es zur damaligen Zeit als besonderes gesellschaftliches Ereignis galt, nach dem sonntäglichen Kirchgang die Dorfgaststätte zum Austausch von Neuigkeiten aufzusuchen.

Umso befremdlicher für Dorfbewohner und vorbeifahrende Betrachter, dass vor der Sanierung nur noch wenige Räume der Anlage bewohnt und einige Gebäudeteile vom Verfall stark bedroht und sanierungsbedürftig waren. Insbesondere der Fachwerkgiebel rottete unter seiner defekten Verkleidung vor sich hin, so dass eine umfassende Sanierung erforderlich war.

Beim Bauherren sprang bereits während der ersten Besichtigung der Funke über und seine Leidenschaft zu historischen Gebäuden wurde „entfacht“. In enger Absprache und Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kreuzau und dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege wurden nach dem Kauf des Objektes im April 2009 weitere Schritte besprochen und eingeleitet, so dass im August 2009 mit dem Bau begonnen werden konnte. Das zweigeschossige, traufständige Fachwerk­gebäude wurde letztmalig etwa Mitte der 1960er-Jahre modernisiert. Es hat für die Menschen im Ort eine besondere Bedeutung und steht aus baugeschichtlichen und sozialgeschichtlichen Gründen unter Denkmalschutz. Zusammen mit den entsprechenden Ansprechpartnern bei Gemeinde und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) sowie dem Innenarchitekt Andreas Franke wurde ein Gesamtkonzept entwickelt, welches der zukünftigen Nutzung, den städtebaulichen, denkmalpflegerischen und gestalterischen Aspekten in Verbindung mit Energieeffizienz und nachhaltigem Bauen Rechnung trägt.

Zunächst erfolgte in Teilbereichen der Rückbau, um das Grundstück von zwei Seiten zu erschließen und das ganzheitliche Konzept Innen-Außen inklusive Außenanlagen zu realisieren. Daraufhin wurde die Entkernung und Entfachung in Angriff genommen, um die vorhandene Fachwerkkonstruktion auf Fäulnis und Erneuerungsbedürftigkeit zu überprüfen. Dabei standen substanzerhaltende Maßnahmen an erster Stelle und tragende Bauteile mussten nach Rücksprache mit dem Statiker ertüchtigt werden.

Der Innenarchitekt legte besonderen Wert darauf, Architektur, Innenarchitektur und die Landschaftsgestaltung unter Berücksichtigung der Pfarrkirche St. Gereon als klare Einheit zu formulieren. So setzt das entwickelte Detail-, Farb- und Materialkonzept neu Hinzugefügtes in einen spannenden Kontext mit historischen Bauteilen und -materialien. Als Erinnerung an die ehemalige Nutzung wurde für Besprechungen im Ausstellungs-Galeriebereich zudem eine Theke mit Bierwerbung als „Teeküche“ entworfen und installiert.

Um dem gesamten Objekt eine zeitgemäße, ablesbare Qualität zu geben, wurden verschiedene bautechnische Maßnahmen ergriffen. Dazu ge­hörte zum Beispiel die Erneuerung der Fundamentierungen und der Bodenplatten, um das denkmalgeschützte Gebäude dauerhaft zu sichern. Des Weiteren wurde das Lehmgefache in traditioneller Lehm-Bauweise erneuert und eine zweite Innenschale in Holzrahmen-Bauweise eingebaut. Die Dämmung der Zwischenräume erfolgte mit Hilfe von Zellulose. Selbstverständlich wurde auch die Dachhaut – ganz im Sinne des Denkmalschutzes – mit Hohlfalzziegeln erneuert sowie eine Dämmung der Dächer in Sparrenebene vorgenommen.

Mit dem Ziel die Energieeffizienz des Gebäudes zu steigern, kamen wieder hochwertige, von der Denkmalpflege präferierte Holzfenster zum Einsatz, die den neuesten Anforderungen der EnEV 2009 entsprechen. Auch die Integration einer Luft-Wärmepumpen-Heizungsanlage mit Wandflächenheizung leistet hierzu ihren Beitrag. Daneben hielt die neueste Technik Einzug in das Fachwerkhaus – und zwar in Form eines hochmodernen EIB-Systems.

Eine wichtige Maßnahme war auch die Erneuerung bzw. Erweiterung des Anbaus, in dem heute Bürobereiche untergebracht sind. Dank der Verwendung einer Rhombusschalung als Außenhaut hebt sich der Flachdachanbau vom restlichen Gebäude ab und wahrt den Blick auf die denkmalgeschützte Pfarrkirche. Im Innenbereich trifft man nach der Sanierung auf eine harmonisierende Innenarchitektur, welche unter anderem die Planung der Einbaumöbel für die Bürobereiche sowie die Einbindung der individuell gefertigten Möbel in das gesamte Farb- und Materialkonzept umfasst. Zusätzlich unterstreicht eine gezielte Lichtplanung die einzelnen Funktionsbereiche.

Auch außen wurde mit der Realisierung der Terrassenanlage, welche Fachwerkanlage und Anbau gestalterisch miteinander verbindet, eine Menge bewegt. Dabei legte der Bauherr auch hier Wert auf Materialien, die sich harmonisch ins Gesamtbild fügen und einer ganzheitlichen Konzeption Rechnung tragen. So nehmen Bruchstein-Untermauerungen sowohl Bezug zu den Bruchsteinsockelbereichen des Fachwerks als auch zu der Pfarrkirche St. Gereon. Der einst marode Fachwerkgiebel wurde mit einem großen Fenster versehen, hinter dem sich eine Galerie befindet. Die „Dynamische Schiefer­deckung“ von Rathscheck Schiefer als traditionelles Material verbindet und interpretiert urwüchsige Kraft mit einer zeitgemäßen Fassaden­gestaltung.

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Architekten

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Gartengestaltung/-planung

Ausführung
Udo Meylan Planung
Franke Architektur

Fotos

Guido Franke
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