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Extrovertiert-Introvertiert

Das Wohnhaus Cloud2 in Köln-Müngersdorf

Im Sommer 2012 wurde im Kölner Westen ein außergewöhnliches Wohnhaus fertiggestellt. Für einen... mehr

Im Sommer 2012 wurde im Kölner Westen ein außergewöhnliches Wohnhaus fertiggestellt. Für einen privaten Bauherren schuf der Kölner Architekt Seyed Mohammad Oreyzi mit dem „Cloud2“ getauften Projekt ein neues Zuhause als eindrucksvolle Komposition räumlicher Abfolgen.

Orezyi, auch verantwortlich für das 2004 zusammen mit Thomas van den Valentyn in Brühl errichtete Max-Ernst-Museum, erläutert die hinter dem Entwurf stehende Idee: „Cloud2 steht für flexible Raumkonfigurationen. Den Wünschen des Bauherrn entsprechend, wurden Wohnräume für den zweiten Lebensabschnitt geschaffen, die den Charme des Altbaus in einem Neubau integrieren. Das Projekt vereint zwei gegensätzliche Grundbedürfnisse des Menschen. Einerseits das Extrovertierte, das nach Freiheit und dem Leben in der Natur strebt und andererseits das Introvertierte, das sich nach Geborgenheit und Kontemplation sehnt.“

Das Grundstück liegt am Alten Militärring in Köln-Müngersdorf, in idyllischer Lage mit viel Grün, angrenzend an eine historische Hofanlage. Der deutliche Höhenuntschied zwischen Grundstück und Straße inspirierte den Architekten zu einer Lösung, bei der das auf Straßenniveau gelegene Obergeschoss einen geschlossenen, beschützenden und das auf Gartenniveau liegende Erdgeschoss einen offenen, transparenten Charakter zeigt.

Das Gebäude wird vom Straßenniveau aus über eine Brücke erreicht. Die Eingangsebene ist ein Splitlevel, welches die Obergeschoss- und Untergeschossebene verbindet. Von hier führen zwei Blickrichtungen weiter - zum einen durch den offenen Wohnraum des Erdgeschosses hindurch in den Garten und zum anderen hinauf in die Räume des Obergeschosses. In der Eingangsebene liegt eines der zwei Kinderzimmer. Im Obergeschoss befindet sich ein weiteres Kinderzimmer, ein Badezimmer und der als Suite konzipierte Bereich der Eltern. Vom Eingang führt ein gerader Treppenlauf, der exakt in der Zugangsachse liegt, hinunter in das von Licht durchflutete Erdgeschoss. An der Längsseite des Raumes befindet sich der Küchen- und Essbereich, dem gegenüber der Wohnbereich liegt. Auf der rückwärtigen Straßenseite schließt sich der geschlossene Bibliotheksraum mit Zugang zu einem Lichthof an.

Während das offene und durchlässige Erdgeschoss auf Gartenniveau nahezu aus einem einzigen offenem Raum besteht, unterteilt sich das Obergeschoss in eine Vielzahl unterschiedlich proportionierter Körper, die gleich einer Wolke - daher der Name Cloud2 - über dem gläsernen Erdgeschoss zu schweben scheinen. Die individuelle Anordnung der einzelnen Volumina unterstützt das introvertierte Wohnen, ermöglicht jedem Raum seine eigenen Proportionen und modelliert diese auch in der Außenansicht. Die Staffelung unter Einbeziehung aller drei räumlichen Dimensionen ermöglicht neben der besonderen Atmosphäre viele Blickbeziehungen von innen nach außen.

Die Erdgeschossebene ist gekennzeichnet durch räumliche Großzügigkeit und Transparenz, die eine enge Verbindung zwischen dem Außenraum und dem Innenraum erzeugt. Die dünnen Vollstahl-Stützen, auf denen das gesamte Obergeschoss lastet, bilden zusammen mit den filigranen Fassadenpfosten und ihrem unregelmäßigem Rhythmus, einen sehr leichten, aufgelösten Raumabschluss. Die Räume des Obergeschosses drücken sich förmlich nach unten ab und erzeugen somit - auch im Splitlevel und im Erdgeschoss - unterschiedliche Raumhöhen, zwischen 2,45 m in der Bibliothek, 3,50 m im Wohnbereich bis hin zu kreativ nutzbaren 4,70 m in einem der Kinderzimmer.

Die Anordnung dreier unterschiedlicher Fensterformate erzeugt in den introvertierten Räumen des Obergeschosses eine individuelle Lichtinszenierung und vermeidet die Blickachse zum Nachbarn. Eine weitere Besonderheit ist die originelle Dachlandschaft, die bei Regen einen gestuften Wassergarten in Form von Kaskaden entstehen lässt.

Das skulpturale Wohnhaus verfügt über etwa 220 m2 Wohnfläche sowie weitere 120 m2 Kellerfläche.

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Rainer Mader
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