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Essen im Grünen

Eine neue Mensa für eine Gesamtschule in Köln

Die Katharina-Henoth-Gesamtschule im rechtsrheinischen Stadtteil Höhenberg wurde von der... mehr
Die Katharina-Henoth-Gesamtschule im rechtsrheinischen Stadtteil Höhenberg wurde von der Landesregierung NRW jüngst als eine der herausragenden Schulen in Nordrhein-Westfalen gelobt, für die besonderen sozialen und integrativen Leistungen. Um die erfreulich hohe Nachfrage zu decken, wird die zur Zeit etwa von 1.100 Schülern besuchte Schule zum Schuljahr 2015/2016 in den Sekundarstufen I und II erweitert. Den damit steigenden Schülerzahlen vorgreifend, erhielt sie bereits zum Schuljahr 2014/2015 eine neue Mensa.

Der von den Kölner Architekten Karin Damrau und Bernd Kusserow für die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln entworfene Neubau ersetzt eine bereits früher existierende Mensa, die sich an gleicher Stelle befand. Als eingeschossiger, solitärer Baukörper fand sie Platz im Außenbereich, frei stehend in die schönen Grünanlagen der Schule eingebettet.

Die unterschiedlich breiten und in unterschiedlichen Abständen zueinander positionierten Fassadenpfeiler erzeugen mit ihren Öffnungen ein lebhaftes Bild der äußeren Gebäudehülle und überspielen mit dieser Leichtigkeit, dass der kompakte, rechteckige Kubus im Inneren hocheffizient den funktionalen Anforderungen folgt - eine Kiste muss eben nicht zwangsläufig wie eine banale Kiste aussehen. Dort, wo Tageslicht und Transparenz sinnvoll und gewünscht sind, ist der Fensteranteil höher als im Bereich der Küche und der Nebenräume. Dies kommt sowohl den wechselseitigen Sichtbeziehungen zwischen Mensa und durchgrüntem Außenraum als auch den funktionalen Anforderungen nach Wandflächen und Sichtschutz im Küchenbereich entgegen.
Man betritt die Mensa über die wettergeschützte, vorgelagerte Zone mit Windfang. Mit seinen 360 m² nimmt der Speisesaal mehr als die Hälfte der insgesamt 678 m² Nutzfläche ein; bis zu 256 Personen finden hier einen Sitzplatz. Die Fläche ist multifunktional ausgelegt; schließlich besteht der Schulalltag nicht nur aus der Mittagspause. Der Raum lässt sich mit einer mobilen Trennwand in der Mitte teilen, so dass eine Hälfte als kleinerer Speisesaal, die andere Hälfte gleichzeitig – und funktional völlig unabhängig - als Aufenthaltsraum für die Oberstufe hergestellt werden kann - mit eigenem Kiosk für die Versorgung auch an langen Schultagen. Darüber hinaus kann das Gebäude auch als Versammlungsstätte genutzt werden, zum Beispiel bei festlichen Anlässen. Über einen überdachten Zugang gibt es eine direkte Anbindung an die bestehende Aula der Schule, so dass sich auch größere Veranstaltungen mit umfangreicher Bewirtung durchführen lassen. Die Küche ist hierzu als Vollküche für bis zu 300 Personen in zwei Schichten ausgelegt.

Dass der Neubau von der Schulgemeinschaft über den langen Schultag hinweg so selbstverständlich mit Leben gefüllt wird, nimmt der Architekt Bernd Kusserow als bestätigendes Lob wahr. Und diesem Lob kann man sich doch nur anschließen.