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Ein Ort der Begegnung

Garten der Religionen fördert Dialog der Glaubensrichtungen

Inmitten der quirligen und interreligiösen Kölner Innenstadt ist im September 2011 ein Ort der... mehr
Inmitten der quirligen und interreligiösen Kölner Innenstadt ist im September 2011 ein Ort der Ruhe, Entschleunigung und Meditation entstanden. Auf dem Gelände des ehemaligen Jesuitenklosters in der Stolzestraße eröffnete deutschlandweit der erste Garten der Religionen. Initiator war der Katholische Verband Invia für Mädchen- und Frauensozialarbeit in Köln, dessen Schulungs- und Verwaltungsgebäude, Ausbildungsrestaurant und Lehrküche sich hier befinden. Idee und Entwurf für das Projekt stammen von der Landschaftsarchitektin Maria Mandt aus Bornheim. In rund 17 Wochen gelang es, hier einen spirituellen Raum zu schaffen und mit Leben auszufüllen. Relikte des ursprünglichen Klostergartens wie die alte Obstbaumallee, die während der Bauphase geschützt wurden, bilden heute das Herzstück der Anlage.

Idee war es, einen Garten zu schaffen, der zum Gedankenaustausch über Glauben unterschiedlichster kultureller und religiöser Herkunft anregt. Jeder der fünf Weltreligionen hat Mandt eine Fläche zugeordnet. Unter freiem Himmel inmitten von Grün entdeckt der Besucher elf Stationen. Fünf von ihnen stehen für Christentum, Judentum, Islamismus, Buddhismus und Hinduismus. Sie sind chronologisch nach dem Entstehen der Religionen angeordnet. Symbole und Schriftzüge in Stein setzen Blickpunkte. Die Verwendung von Lautschrift unterstützt die Kommunikation. Interaktive Möglichkeiten wie eine Bodensonnenuhr, die nur funktioniert, wenn der Mensch Schattengeber und damit Zeiger ist, oder Asphaltflächen zum Beschreiben mit Kreide erhöhen den Erlebniswert für jüngere Besucher.
Zwischen Refektorium und der Alten Sakristei des Klostergebäudes betritt der Besucher den Garten. Die Wege aus rotbuntem Pflasterklinker der Marke Terca von Wienerberger werden durch ihre Anordnung als Pflasterbänder im 45-Grad-Winkel zum Orientierungspunkt und Wegeleitsystem zur Gartenanlage 2.650 m2 groß war die Bearbeitungsfläche für Maria Mandt insgesamt. Die Landschaftsarchitektin brachte in die Arbeit sehr viele kreative Erfahrungen ein, hat sie doch in den USA Kunst studiert und inzwischen zahlreiche Ausstellungen mit Malerei, Plastiken und Installationen bestritten. Kräftige Farben und überraschende Formen fallen auf. Es gibt keine Scheu vor Ausdruck. Dennoch wirkt nichts überladen oder implantiert.

Das Projekt tritt für den Dialog der Religionen ein. Das spiegelt sich in der Mannigfaltigkeit und Kombination unterschiedlichster Materialien wider. Verschiedene Belagmaterialien für Wege und Terrasse kamen zum Einsatz. Bäume, Hochbeete, Hecken und Sträucher sorgen für ein abwechslungsreiches Bild; Grasflächen laden zum Betreten und Platznehmen ein. Sogar grillen ist möglich. Das angrenzende Restaurant ‚Refektorium‘ steht den Besuchern für vertiefende Gespräche offen.

„Vorgabe des Bauherren war es, das vorhandene graue Betonpflaster im Innenhof, noch keine vier Jahre alt, wiederzuverwenden. „Das stellte mich vor die Herausforderung, den Charme der alten Anlage herauszuarbeiten, mit einem schlichten funktionalen Material zu kombinieren und trotzdem nichts zu ‚übermalen‘. Die Veredlung gelang durch den Einsatz rotbunter Kohlebrandpflasterklinkern“, so die Architektin.

Die Landschaftsgärtner um Garten- und Landschaftsbau-Meister Heinz Klein aus Bornheim wussten zum einen das logistische Problem zu lösen, die Betonsteine zwischenzulagern, und zum andern den Transport aller Baumaterialien wie Aushubmassen, Schotter, Steine, Pflasterklinker, Erde, Rasen und Pflanzen nur mit Radladern durch das denkmalgeschützte Einfahrtstor zu bewältigen, das keine LKW-Durchfahrt zuließ.
Den Galabauer Klein und seine Mitarbeiter überzeugten die gute Verarbeitbarkeit der Klinker und ihr lebhaftes Farbbild. Das Material mit seinen ruhigen Erdtönen hat durchgängig eine ehrliche Farbgebung. Sie wirkt nicht aufdringlich und bleicht nicht aus. Die Integration brachte schöne Effekte in der Wahrnehmung des Gesamtprojekts. Mandt verwendete den Klinker auch für ein mäanderartiges rotes Band, eingebettet in eine wassergebundene Wegedecke, die das Thema „Wüste“ symbolisiert. Das Motto lautet passend zum Konzept des Gartens ‚Riss im Leben‘. Ein einfaches, skulptural wirkendes Bild ist entstanden.

Inzwischen ist der Garten der Religionen zum Besuchermagnet geworden. „Zur Eröffnung hatten wir Vertreter der anderen Religionen zu Gast, die uns freimütig ihre Anerkennung für das gelungene Projekt des Dialogs gezollt haben“, so Sibylle Klings, Geschäftsführerin Invia in Köln. „Und unsere Auszubildenden in der Lehrküche und im Lehrrestaurant freuen sich über die zahlreicher gewordenen Gäste.“ Der Garten der Religionen steht allen Interessierten von Montag bis Freitag kostenfrei zur Verfügung.

www.garten-der-religionen-koeln.de
www.gartenundkunst.de
www.wienerberger.de
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Maria Mandt Landschaftsarchitektin
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Fotos

Maria Mandt
www.gartenundkunst.de Hartmuth Schütt, Wienerberger GmbH
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