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Das Herzstück der Firma in Szene gesetzt

Corporate Architecture in Kerpen

Corporate Architecture bringt den Kern eines Unternehmens nach außen. Was aus diesem... mehr
Corporate Architecture bringt den Kern eines Unternehmens nach außen. Was aus diesem theoretischen Ansatz alles werden kann, demonstriert die holländische Firma Eleq mit ihrem 2012 fertiggestellten Neubau in Kerpen: Michels Architekturbüro und Badtke Architektur „umwickelten“ das neu entstandene Verwaltungsgebäude mit einer kupferroten Fassade. So dass die Firma und ihr kupferrotes Kernprodukt - Transformatoren - für jeden Besucher miteinander verschmelzen.

Wer ein neues Unternehmen besucht, der trifft als Erstes auf seine äußere Erscheinung. Genau diesen Moment nutzt Corporate Architecture: In Bruchteilen einer Sekunde erhält der Besucher einen intuitiven Eindruck von seinem Gegenüber. Damit Architekten das Innere eines Unternehmens aber nach außen bringen können, muss es zunächst verstanden werden. „Unsere Architekten haben sich vollkommen auf das Projekt eingelassen und dabei unsere Philosophie erkannt: Persönliche Kommunikation geht uns über alles“, bilanziert Geschäftsführer Robert Getreuer. Das Unternehmen fertigt Transformatoren, Wandler, Umformer, Messinstrumente und Anschlusstechnik, die in der Energieversorgung und in öffentlichen Beleuchtungssystemen, in intelligenten Stromnetzen und modernen Solar- und Windenergieanlagen zum Einsatz kommen.

Das Herzstück der Produktion - der Transformator - wurde zum Initialpunkt für die Architekten. Wer einen Transformator in die Hand nimmt, sieht einen ringförmigen Kern, um den sich Stromkreise in Form von Kupferdrähten winden. Wer anschließend vor dem neuen Eleq-Firmensitz steht, erlebt einen eindeutigen Wiedererkennungseffekt: Kupferfarbene, überdimensionale „Drähte“ umkreisen das Verwaltungsgebäude. 1.600 Meter Aluminium-Profil haben die beiden Architekten um den Korpus „gewickelt“. Dadurch ist eine Fassade entstanden, die immer wieder eine überraschende Wirkung hat. Denn je nach Tageslicht und Standort verändert sich der optische Eindruck. „Normalerweise schleichen sich schnell Gewöhnungseffekte ein und man sieht ein Gebäude eigentlich gar nicht mehr. Diese Fassade allerdings fasziniert immer wieder. Selbst uns“, erklärt Stefan Badtke. „Das spezialeloxierte Aluminium besitzt sichtbare Tiefe und Farbsättigung, Lebendigkeit und Kraft - vor allem gegenüber eine pulverbeschichteten Oberfläche. Ein Experiment für alle, die an der Produktion beteiligt waren.“

Ebenso experimentell: der Abstand zwischen Fassade und Fensterfront. Er forderte von den Architekten Feinarbeit und ein ganz praktisches Ausprobieren. „Niemand sollte sich im Büro eingeschlossen fühlen, gleichzeitig durften Fassade und Gebäude auch nicht auseinanderfallen“, erinnert sich Andreas Michels. Um weiterhin viel Lichteinfall zu ermöglichen, plante er in Augenhöhe weniger Profile, im Boden- und Deckenbereich mehr. Um sie auch wirklich gewickelt aussehen zu lassen, kam es auf die Tiefenwirkung an, auf die Überlagerungen der einzelnen Bahnen und ihren Schattenwurf. „Unzählige Animationen sind hierbei ins Land gegangen.“

Wer heute eines der Büros betritt, trifft auch hier auf die kupferfarbenen Profile, die in die Räume hineinlugen. „Die Fassade kommuniziert nicht nur das Innere nach außen, sondern auch das Äußere nach innen“, erklärt Stefan Badtke. Wie ein Schnittmusterbogen bilden sich die Profilschatten derart markant auf dem Fußboden ab, dass sie sogar die Auswahl der Bodenbeläge beeinflussten. Die ansonsten puristischen Innenräume passend zu einem produzierenden Betrieb: Sichtestrich und Sichtbeton bestimmen sie, außerdem Glaswände, welche die Büros hin zur Produktion öffnen. Schlussendlich ein rundum gelungenes Beispiel für Corporate Architecture.

www.badtkeplusbadtke.de
www.mic-arc.de
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Fotos

Axel Hartmann
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