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Das Handwerk überlebt

Ein neues Schulungszentrum in Ossendorf bietet Einblicke, Ausblicke und Durchblicke

Wer meint, dass das Handwerk durch industrielle Fertigungstechniken verdrängt werden könne, der... mehr
Wer meint, dass das Handwerk durch industrielle Fertigungstechniken verdrängt werden könne, der hat sich getäuscht. Im Sommer 2015 wurde das neue Technologie- und Bildungszentrum für Energieeffizienz und Barrierefreiheit der Handwerkskammer zu Köln im Gewerbegebiet Butzweilerhof eröffnet. Der Neubau darf als Statement verstanden werden: Auch in Zukunft soll das Handwerk als „Wirtschaftsmacht“ wahrgenommen werden. Realisiert wurde der zweigeschossige, kompakte Baukörper vom Bochumer Architektur- und Ingenieurbüro SSP, das aus einem Wettbewerbsverfahren 2012 als Sieger hervorgegangen ist.

„Unsere Idee war von Beginn an, die Kommunikation innerhalb des Gebäudes und auch zwischen Gebäude und Außenraum zu fördern“, berichten die Architekten. Dies wird vor allem durch das zentrale kommunikative Forum als räumlich verbindendes Element zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss sowie durch die raumhohe Glasfassade erreicht. Doch die Fassade kann noch mehr als die Schulungsräume fast vollständig natürlich zu belichten: Eine hochleistungsfähige Sonnenschutzverglasung schützt im Sommer vor einer Überhitzung des Gebäudes; jeder Raum verfügt über eine tageslichtabhängige Lichtsteuerung mit Präsenzkontrolle und lichtlenkende Lamellen im Scheibenzwischenraum stellen gleichzeitig den sommerlichen Sonnenschutz und Blendschutz sicher, ohne dabei Aus- und Einblicke zu beeinträchtigen. Die Gebäudehülle ist dabei nur ein Faktor des innovativen Energiekonzeptes, vom Planungsteam SSP eigens für das Gebäude entwickelt. Kernbestandteil ist die Lüftungsanlage, die massive konstruktive Ausbildung als Speichermasse sowie die Photovoltaik-Module und die solarthermische Anlage für Stromerzeugung und Warmwasserzubereitung. Eine Besonderheit ist die Hackschnitzelheizung, die die Handwerkerinnen und Handwerker selber betreiben: Anfallende Holzreste in den Werkstätten werden in einer Aufbereitungsanlage vollautomatisch zerkleinert, gepresst und in den Hackschnitzelkessel befördert. Das spart nicht nur Kosten ein, sondern ermöglicht auch direkt die Schulung an einer Groß-Industrieanlage.

Fest steht auch: Das Schulungszentrum ist ein wichtiges Symbol der Handwerkskammer, das das breite Bildungsangebot von regenerativer Solar- und Energietechnik über barrierefreies Bauen und Wohnen bis zu den Themen Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik widerspiegelt.

www.ssp.ag
Architekten: Architektur- und Ingenieurbüro SSP www.ssp.ag Fotos: Joerg Hempel mehr

Architekten:

Architektur- und Ingenieurbüro SSP
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Fotos:

Joerg Hempel