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Wie aus Holz mit Vergangenheit Möbel mit Zukunft entstehen

Über 140 Designer laden vom 24. bis 26. Januar zur blickfang in die Deichtorhallen ein und zeigen, was Design gut und auch nachhaltig macht.

Wenn das Sideboard flüstern könnte, würde es wohl mit leiser Stimme von seiner Zeit im Wald und von schauerhaften Stürmen und einer schicksalshaften Nacht mit einem Orkan erzählen. Vom 24. bis 26. Januar ist das Möbel mitsamt seiner Geschichte allerdings am Stand von Dag Jansson Perslow und Volker Hempelmann an der blickfang Hamburg anzutreffen. Jansson Mashup Design ist eines von mehr als 140 Labels, das die Deichtorhallen ein Wochenende lang in den größten Concept-Store für unabhängiges Design in Hamburg verwandeln. Das Holz für ihre Produkte finden der Schwede und der Norweger dabei meist als Sturmholz, von dessen Beschaffenheit sie sich für ihre Kollektionen inspirieren lassen. In ihrer Werkstatt in der Hamburger Speicherstadt entstehen dann Tische, Sideboards und Bänke in limitierten Anzahl – denn wenn alles verarbeitet ist, widmen sich die Designer einem neuen Holz und einer neuen Kollektion und erzählen eine neue Geschichte.

Bei der blickfang 2020 in Hamburg steht bei den Designern das Thema Nachhaltigkeit besonders im Fokus. Wie unterschiedlich die Herangehensweisen sein können, verraten die Designer stets im Gespräch. Der Niederländer Marten van Leeuwen von more circular hat sich der perfekten Kreislaufwirtschaft verschrieben. Nach einer Arbeitsstation in der Amsterdamer Müllverbrennung entschloss sich der Ingenieur, sein Wissen zu nutzen, um Materialien aufzuwerten, anstatt sie als Müll zu verbrennen. Unzählige Versuche, Tests und Prototypen später war er in der Lage, Gipsabfälle zu einem formschönen Material zu recyceln. Auf der blickfang Hamburg präsentiert er Hänge- und Tischleuchten, für die er ausschließlich Gipsabfälle von Baustellen wiederverwertet hat.

Das Konzept der blickfang ist es seit mehr als 25 Jahren, junge, unabhängige Designer mit Besuchern zusammenzubringen, die sich an weniger, aber dafür ausgewählten besonderen Stücken erfreuen. Die Qualität vor Ort garantiert eine Fachjury, die vorab die Designer auswählt, die ausstellen dürfen. Die blickfang-Designer vereint wiederum, dass sie bereits seit mehreren Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, besonderen Wert auf die Ausgangsmaterialien und Herstellungsorte legen. Das Umdenken in dieser Szene fand lange vor der Fridays for Future Bewegung statt. Lothar Daniel Bechthold steht mit seinen Kollektionen seit mehr als zehn Jahren für kompromisslose Qualität. Die Stoffe für die „Lieblingsstücke“ erwirbt er in der Schweiz, Österreich, Deutschland, England und Frankreich, ausschließlich von Produzenten, die er persönlich kennt. Die Freundinnen und gelernte Damenschneiderinnen Victoria und Elisabeth von Körbchen Wien fertigen seit 2015 ihre Wäsche vom Zuschnitt über die Fertigung bis zum letzten Fäden-Zurückschneiden in einem Wiener Atelier an. Die Materialien dafür stammen aus zwei Quellen: Zum einen aus Überproduktionen und „Resten“ aus der europäischen Luxusmodeindustrie, also „gerettete Spitzen“. Zum anderen von verschiedenen europäischen Traditionsbetrieben.

Erst seit 17. Oktober 2019 ist dagegen Sarah Allwood mit ihrem Label Ashara auf dem Markt. Ihre Sportkollektionen bestehen aus nachhaltigen Materialien wie Lyocell, Seegras, Bambusbaumwolle, upcycled Plastikflaschen und aus den Meeren gesammelten Fischernetzen. Fünf Prozent jeder Bestellung spendet Nordrheinwestfälin an die Organisation Stop! Die Kunststoffakademie, die Schulkinder für die Umweltverschmutzung durch Mikroplastik sensibilisiert.

An der blickfang Hamburg nehmen mehr als 140 Designer teil. Rund 60 Labels sind dabei zum ersten Mal in der Hansestadt vertreten. 40 Designer reisen aus insgesamt elf Ländern an. Und 30 Designer stammen direkt aus Hamburg. Besonders freuen sich die blickfang-Macher, dass sie auch 2020 die Sonderfläche Schwiiz-Lounge präsentieren dürfen.

Grüezi, Nachbar. Design aus der Schweiz
Dass die Schweiz nicht nur schöne Landschaften, leckeren Käse und feine Schokolade zu bieten hat, beweist die Schwiiz Lounge des blickfang-Partnerlandes Schweiz. Auf der blickfang Hamburg dürfen Besucher einen weiteren Blick auf die vielfältige und pulsierende Kulturlandschaft werfen. Die blickfang-Besucher lernen fünf Schweizer Designer, deren Heimatstädte und weitere Städteempfehlungen kennen: Modedesignerin Veronika Brusa aus St. Gallen präsentiert neben ihrer Heimatstadt auf der blickfang auch Lugano sowie ihre neue Kollektion. Modedesignerin Imke Disselhoff stellt die Städte Basel und Bern und ihr gleichnamiges Taschenlabel auf der Sonderfläche vor. Laura von Hagen versetzt die Besucher mit ihrer Kollektion und ihrer Stadt Lausanne jetzt schon in Sommerlaune und berichtet über das Leben in Genf. Sommerlich weiter geht es mit Mira und Ivon vom Badelabel Volans, das seine Stücke ausschließlich in Deutschland, Italien und Kroatien anfertigt, und den Städten Zürich und Winterthur. Und Simone Hölzl und Christine Urech verdrehen nicht nur die Beine ihrer Möbelkollektion, sondern mit ihren Tipps für Luzern und Zug auch die Köpfe der Besucher. Am Samstag, den 25. Januar, findet um 10 Uhr in der Lounge ein Designbrunch mit Schweizer Persönlichkeiten.

Schlendern, staunen, shoppen ganz in blickfang-Manier heißt es also am Wochenende vom 24. bis 26. Januar, wenn sich die Deichtorhallen in den größten Design-Concept-Store der Stadt verwandeln und Individualität und gutes Design feiert. Und wie immer gilt das blickfang-Versprechen: „Nur hier, nur dieses Wochenende und nur, was schön und gut ist!“ Dieter Rams würde dem bestimmt zustimmen.


Öffnungszeiten & Eintrittspreise

FR | 24. Januar | 14–20 Uhr
SA | 25. Januar | 11–20 Uhr
SO | 26. Januar | 11–18 Uhr

Tageskarte | € 12.-
Ermäßigt | € 10.- (Schüler und Studenten mit gültigem Ausweis)

www.blickfang.com