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Von Zeitlosigkeit und Zukunft

Die Freiräume an der Ericusspitze sind ein ganz besonderer Ort am Wasser

Die Ericusspitze war eine von 22 Bastionen der barocken Stadtbefestigung und ist immer noch in... mehr
Die Ericusspitze war eine von 22 Bastionen der barocken Stadtbefestigung und ist immer noch in ihrer Form ablesbar. An drei Seiten von Wasser umflossen bildet sie heute die nordöstliche Spitze der HafenCity. In Lage und Dimension ist die Bebauung der Ericusspitze das städtebauliche Pendant zur Elbphilharmonie im Westen. Die Freiräume auf der Ericusspitze und am Brooktorkai gestaltete WES LandschaftsArchitektur. Dem Team um Wolfgang Betz (Konzept und Entwurf) und Peter Schatz (Realisierung) gelang ein besonderer Ort, der von seinem Bezug zum Wasser lebt, mit einer Abfolge atmosphärischer Räume, geprägt durch Präzision, Ruhe und Großzügigkeit.

Die Ericus-Promenade wird durch räumliche Sequenzen gegliedert: Freie, offene Abschnitte und etwas dichtere, durch Baumgruppen aus Sumpfeichen geschützte Bereiche. Der ruhige Belag aus Großsteinpflaster mit gesägter Oberfläche wirkt wie ein Teppich. Jeder Abschnitt weist sein eigenes Thema auf, ruht in sich und bildet einen Baustein innerhalb der „Erzählstruktur“ der Promenade. Die präzise gesetzten Baumgruppen wirken wie locker verteilt und erzeugen eine entspannte Atmosphäre. Vom Brooktorkai kommend, bleibt das alte Zollhaus als Zielpunkt und wichtiges historisches Gebäude frei sichtbar. An der Ostspitze des Ericus-Contors verbindet ein Rücksprung in der Terrassierung öffentlichen und halböffentlichen Raum. Eine großzügige Stufenanlage aus Sitz- und Gehstufen lädt zum Wechsel der Ebenen ein. Den geschützten Rücken der Ericus-Spitze bildet die Wand des höherliegenden Platzes. Hier kann man das Panorama des Hafens, den Blick auf Wasser, auf Ebbe und Flut, Stahlbrücken und Himmel genießen. Der Ort ist offen, frei, nichts stört.

Durch die Stellung von Spiegelgebäude und Ericus-Contor entsteht ein trichterförmiger Platz. Zwischen den markanten Gebäudesockeln schiebt sich der dunkle Belag selbstbewusst und einladend in den öffentlichen Raum. Eine Reihe Bäume in schlichten, mattschwarzen Stahlzylindern verstärkt die Spannung an der engsten Stelle. Dann weitet sich der Platz und bietet das schönste Panorama. Einziger „Schmuck“ ist der Wasserspiegel auf dem Boden, ohne sichtbaren Rahmen spiegelt er Licht, Himmel, Menschen, Bäume und Fassaden und grenzt gleichzeitig halböffentliche, öffentliche und Mitarbeiterbereiche ab. Eine schöne und sparsame Geste, ganz im Geist dieser qualitätvollen Freiräume.

www.wes-la.de
Landschaftsarchitekten: WES LandschaftsArchitektur www.wes-la.de mehr

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