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Vom Ort inspiriert

Preisgekrönter Beitrag zur Quartiersentwicklung in der Neustadt

Die mehrfach ausgezeichnete Wohnbebauung Bäckerbreitergang wurde im Auftrag der SAGA GWG nach... mehr

Die mehrfach ausgezeichnete Wohnbebauung Bäckerbreitergang wurde im Auftrag der SAGA GWG nach einem Entwurf des Architekturbüros Winking Froh errichtet. Es umfasst 28 öffentlich geförderte Wohnungen mit einer Größe zwischen 35 und 85 m². Alle verfügen über Balkon, Terrasse oder Wintergarten, die Nettokaltmiete beträgt 5,80 Euro/m². Das fünfgeschossige Objekt liegt mitten im Zentrum der Hamburger Neustadt und passt sich in seiner Eck-Gestaltung dem historischen Rotklinker des Quartiers an.

Anlass für die städtebauliche Neuordnung war die starke Verengung des Straßenraums an dieser Stelle. Die früheren baufälligen Gebäude auf dem Eckgrundstück hatten keinen Bezug zu der angrenzenden Bebauung. Die neuen Wohnformen knüpfen an die historische Gängeviertelbebauung an, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Hamburger Alt- und Neustadt bestimmte und in unmittelbarer Nachbarschaft nördlich der Kaiser-Wilhelm-Straße noch besteht.

Das Areal, geprägt von gründerzeitlichen Geschosswohnbauten sowie Reformarchitektur, erhält mit diesem Neubau eine sechsgeschossige zeitgemäße Bebauung unter Betonung der Ecksituation. Ein zurückgenommenes Staffelgeschoss am Bäckerbreitergang nimmt Bezug zum nördlichen Nachbarn auf. Die Höhenentwicklung an der Neustädter Straße geht auf den östlichen Nachbarn ein. Der Straßenraum wird hier durch eine in Material, Maßstäblichkeit und Gestaltung zurückgenommene Grundhaltung beruhigt. Der historische Stadtgrundriss wird an dieser Stelle wieder aufgenommen und fortgeführt. Am Bäckerbreitergang liegen „Haus im Haus“-Maisonette-Wohnungen. Sie sind im Erdgeschoss direkt von der Straße erschlossen. Die Maisonette-Wohnungen der Obergeschosse werden vom Hof aus über Laubengänge erreicht. Der Kopfbau mit seinem Hauptzugang von der Neustädter Straße interpretiert den klassischen Geschosswohnungsbau.

In der Jury-Begründung anläßlich der Verleihung des Deutschen Bauherrenpreises 2014 heißt es: „Insbesondere die Kombination von gestapelten Maisonette-Wohnungen und klassischen Geschosswohnungen im Eckbereich wurde als Beitrag zur sozialen und typologischen Durchmischung der Stadt gewürdigt. Die Beteiligung der zukünftigen Bewohner bei der Festlegung von Ausbaustandards ist bemerkenswert. (...) Die unterschiedlichen Generationen, die in diesem Projekt wohnen, die klare städtebauliche Haltung sowie die ortstypische Materialität leisten einen hohen Beitrag zur Identifikation in diesem gewachsenen Viertel.“

Die Straßenfassaden weisen eine Verblendung in Ziegel auf. Ein ruhiges Spiel unterschiedlicher Fensterformate und Balkone gliedert die Fassaden und betont die markante Ecksituation des Hauses, ohne sie zu überzeichnen. Die Hoffassaden werden in hellem Putz ausgeführt. Der Niedrigenergiehausstandard (KfW-Effizienzhaus 55) wird durch Wärmebrückenfreiheit, hochwertige Wärmedämmung, kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung und kompakte Bauweise erreicht.

www.winking-froh.de

Architekten: Winking · Froh Architekten www.winking-froh.de Fotos: Christoph Gebler... mehr

Architekten:

Winking · Froh Architekten
www.winking-froh.de

Fotos:

Christoph Gebler
www.fotodesigngebler.de
Andreas Kirsch