Architektur in Hamburg
Kategorie
Themen
Interior in Hamburg
Themen
Kategorie
Garten in Hamburg
Themen
Kategorie
Spezial in Hamburg
Kategorie

Subtile Schatten

Licht als Mittel zur Veränderung der Wahrnehmung

Der zwischen Stephansplatz und Dammtor gelegene „Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der... mehr

Der zwischen Stephansplatz und Dammtor gelegene „Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz“ würdigt diese lange Zeit nicht anerkannten Opfer des Nationalsozialismus und setzt zugleich ein politisches Zeichen gegen Kriegsverherrlichung und für Zivilcourage. Das Denkmal basiert auf einem einstimmigen Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft und ist Ergebnis einer intensiven Diskussion unter Beteiligung der Opferverbände, der Wissenschaft und der Fachöffentlichkeit.

Nach Abschluss eines internationalen Wettbewerbs wurde der Bildhauer Volker Lang beauftragt, der Ulrike Brandi Licht hinzuzog. Die Lichtplaner hatten das Glück, dass der Künstler sehr schöne Modelle in verschiedenen Maßstäben fertigte und sie diese nutzen konnten, um Licht und Schatteneffekte auf dem transparenten und fragilen Baukörper zu studieren. Der Gestaltungsprozess gestaltete sich spannend, gerade in diesem Projekt ist der Schatten vielleicht noch wichtiger als das Licht. Für den Fußgänger, der vom Dammtorbahnhof zum Stephansplatz geht, zeigen sich die Buchstaben – eine Zitatcollage von „Deutschland 1944“ von Helmut Heißenbüttel – als Schatten nicht nur auf der gefalteten Betonwand des gleichseitigen Dreiecks, sondern auch auf dem benachbarten Kriegerdenkmal und wirken wie ein Kommentar. Um optimale Schatten zu schaffen, wurden die Leuchten am Boden montiert. Die Schatten, die aus verschiedenen Lichtrichtungen entstehen, überlagern sich und wechseln sich ab, denn das Licht unterliegt einer Dimmabfolge. Wer den Raum betritt, wird selbst Teil des Gedenkortes. So erzeugen auch die Besucher interessante und wechselnde Schatten.

www.ulrike-brandi.de

Fotos:

Volker Lang
www.volkerlangsculptor.de