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Schmuckstück am Fleet

Von der Wiederbelebung eines besonderen Ortes in der Speicherstadt

Das erste und einzige Hotel in der denkmalgeschützten Speicherstadt befindet sich im Block O, der... mehr
Das erste und einzige Hotel in der denkmalgeschützten Speicherstadt befindet sich im Block O, der viel über die Geschichte des historischen Lagerhauskomplexes erzählt. Die Blöcke A bis O bilden den ältesten Teil der Speicherstadt, sie wurden als Vorleistung für die Eingliederung Hamburgs in das deutsche Zollgebiet in nur drei Jahren von 1885 bis 1888 im neu entstehenden Freihafen errichtet. Block O war von Anfang an für die Kaffeehandelsfirmen reserviert. Bereits 1887 eröffnete hier die weltweit dritte Warenterminbörse für Rohkaffee, was Hamburg zu einem führenden Handelsplatz für dieses kostbare Gut machte.

Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Speicherstadt zerstört. Der Architekt Werner Kallmorgen war für den Wiederaufbau verantwortlich. Ihm gelang es, die schwer beschädigten Blöcke in enger Anlehnung an den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Einige Blöcke, wie auch der Block O, waren nicht zu retten und wurden von ihm von 1955 an modern wieder aufgebaut und harmonisch in das historische Ensemble eingefügt. Während im Neubau am Sandtorkai die Kontore der Kaffeehändler untergebracht sind, zieht die Kaffeebörse auf die andere Seite des rückwärtigen Fleetes in ein eigenes Gebäude.

Mit der Eröffnung des Hotels beginnt ein neuer Abschnitt in der wechselvollen Geschichte von Block O und der Kaffebörse, beide feinfühlig restauriert von Winking Froh Architekten. Das Berliner Innenarchitekturbüro Fine Rooms zeichnet für das Interieur verantwortlich. Es ließ sich von diesem besonderen Ort inspirieren. Die Ausstattung von Lobby, Restaurant, Bar, Spa, Konferenzräumen und 192 Zimmern des Ensembles nimmt Bezug auf die Designsprache der 1950er und 1960er Jahre. Über eine grosszügige Freitreppe aus Travertinstein gelangt der Gast in die Lobby. Der Empfangstresen weist charakteristische Stilelemente dieser Zeit auf. Sofa und Poufs, gekrönt von zwei Murano-Glaslüstern und der freistehende Kamin unterstreichen den großzügigen Loungecharakter der Lobby.

In der angegliederten Hausbar sind gedämpftes Licht, mit Leder bezogene Sitzkojen, ein langer Tresen und die Wandverkleidung mit integrierten Ausstellungsvitrinen die Hauptelemente. Charakteristisch für das Design der komfortablen Zimmer und Suiten sind warme Farbtöne, ein eleganter Echtholzparkettboden sowie in Furnier gearbeitete Wandverkleidungen und Möbeleinbauten, kontrastiert mit kraftvollen Farb-Highlights. Die offen gestalteten Bäder wirken durch die fein aufeinander abgestimmten Materialien modern. Auch hier finden sich die Elemente Travertin, Holz, Chrom und Glas, typisch für das Design des Mid-Century-Style. Alle Zimmer blicken auf Speicherstadt oder HafenCity. Das Spa mit Fitnessräumen und Saunabereich liegt im 7. Stock und gewährt spektakuläre Ausblicke.

Das Gebäude der Kaffeebörse liegt auf der anderen Seite des Fleetes an der Straße Pickhuben und ist über eine gläserne Brücke auch mit dem Hotel verbunden, Konferenzbereich und Restaurant wurden hier untergebracht. Es öffnet sich mit seiner Glasfassade und vorgelagerter Terrasse zum Fleet und weist ein unverwechselbares Design auf, mit feinen Anklängen an das Flair der 1950er und 1960er Jahre. Mit Blick auf die Speicherstadt entsteht so eine ganz eigene Atmosphäre.

Der 275 m² große historische Börsensaal mit Terrasse am Fleet weist mit der gewölbten Holzdecke, den Lampen, den Türen und dem großformatigen Buntglasfenster, das Anbau und Ernte auf einer Kaffeeplantage zeigt, noch alle Stilelemente seiner Entstehungszeit auf und bietet einen inspirierenden Rahmen für Tagungen und Veranstaltungen aller Art.

Das Kunstkonzept der Innenarchitekten geht weit über den dekorativen Anspruch klassischer Hotelkunst hinaus und erzählt eine Geschichte, die schon im Entrée beginnt. Ein Matrose kehrt nach langer Reise zurück und hält seine Liebste in den Armen. Nähe und Entfernung, Liebe und Sehnsucht, Abschied und Wiedersehen sind die Themen, der Hafen als Symbol und Spiegel der großen, weiten Welt bildet dabei eine Analogie zum Hotel als Ort der Begegnung.

www.fine-rooms.com
www.hotel-speicherstadt.de
Innenarchitekten: Fine Rooms Design Konzepte www.fine-rooms.com Fotos: Ulrich Helweg... mehr

Innenarchitekten:

Fine Rooms Design Konzepte
www.fine-rooms.com

Fotos:

Ulrich Helweg
www.helweg-fotodesign.de