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Radikal minimalistisch und modern

Komplexes Büro- und Wohngebäude in der Innenstadt

Der nördlichste Teil der Neustadt zwischen Dammtorstraße, Valentinskamp und Gorch-Fock-Wall ist... mehr
Der nördlichste Teil der Neustadt zwischen Dammtorstraße, Valentinskamp und Gorch-Fock-Wall ist seit Ende des 19. Jahrhunderts vor allem durch zumeist repräsentative Gebäude in baulichen Großformen, Blockrandbebauungen und geschlossene, hohe Häuserfronten entlang der Straßenzüge geprägt. Neben der städtebaulichen Einheitlichkeit fällt aber auch die architektonische Vielfalt der Gebäude als Zeugen ihrer jeweiligen Entstehungszeit auf, neben Neorenaissancebauten finden sich Backsteingebäude der Schumacher-Ära ebenso wie das stark das Stadtbild dominierende, ehemalige Unilever-Hochhaus aus den 1960er Jahren.

Diese Aspekte bildeten den Rahmen für die Bauaufgabe einer kombinierten Büro- und Wohnbebauung im Baublock zwischen Caffamacherreihe, Drehbahn, Dammtorstraße und Valentinskamp, mit der die Architekten Inge Lindner-Böge, Jürgen Böge, Lutz-Matthias Keßling und Detlev Kozian vom Büro BLK2 Architekten nach dem Gewinn des Wettbewerbes beauftragt wurden.
Den widersprüchlichen Randbedingungen versucht der Entwurf der Architekten durch einen ruhigen, aus der Blockstruktur entwickelten Baukörper einerseits und eine radikal minimalistische und moderne Architektur andererseits gerecht zu werden. Das überaus komplexe Gebäude mit dem Namen CR16 umfasst neben rund 40.000 m² Bürofläche auch 44 Mietwohnungen.
Der rechteckige Baukörper inszeniert mit seiner kürzeren Seite seinen städtebaulichen Auftritt an der Caffamacherreihe gegenüber dem ehemaligen Unilever-Hochhaus und erstreckt sich dann entlang der Straße Drehbahn. An der Caffamacherreihe erscheint als Teil einer vollständig rahmenlos verglasten Doppelfassade im skulptural anmutenden Profil des Gebäudes eine elegant auskragende Staffel, die sich über die ganze Länge des Baukörpers erstreckt. Die entstehende Fuge erzeugt den Rhythmus und bildet eine imaginäre Verbindung von Straße und Hof. Um die gläserne Schnittfläche der Frontfassade wickelt sich eine Ebene aus Aluminiumblechen mit Eloxierungen im Messington.

Die Fassade entlang der Drehbahn wird durch geschosshohe vertikale Streifen aus Glas und geschlossene Paneele mit integrierten Flügeln gegliedert. Durch eine minimale Variation in den Glas-und Paneelbreiten jedes Elementes entsteht eine überraschende Dynamik und Irritation in der Wahrnehmung dieser absolut planen und eleganten Fassade. In das Blockinnere - von der Straße aus nicht sichtbar - ragen fünf fingerartige, großzügig verglaste Riegel, die grüne, gärtnerisch gestaltete Höfe einfassen. Im letzten, in der Blockmitte und damit am ruhigsten gelegenen, elf Geschosse hohen Riegel befinden sich die 44 großzügigen Zwei- und Dreizimmer-Wohnungen. Alle Wohnungen sind zum Innenhof orientiert und mit Balkonen ausgestattet. Das Wohnungsgebäude tritt als kraftvolle Scheibe, quer zum Straßenraum, zwischen die langen Fassaden des Deutschlandhauses entlang Drehbahn, Dammtorstraße und Valentinskamp einerseits und des neuen Bürogebäudes andererseits. Mehr als die Hälfte der Büroflächen wird von einem Mieter genutzt mit Hauptzugang von der Caffamacherreihe, weitere unterschiedlich große Büroeinheiten werden ebenso wie die Wohnungen von der Drehbahn aus erschlossen. Die oberen Geschosse im Bereich der Staffel und auch des Wohnungsgebäudes bieten großartige und weite Blicke über die Stadt.

Das Bauvorhaben an der Stelle des alten Opern-Parkhaus war eines der größten Neubaupro­jekte in diesem Bereich. Den Architekten ist ein faszinierend raffinierter Akzent im Gefüge der großmaßstäblichen Bauten in diesem Teil der Hamburger Innenstadt gelungen.

www.boegelindnerk2.de
Architekt: Böge Lindner K2 Architekten www.boegelindnerk2.de Fotos: Klaus Frahm... mehr

Architekt:

Böge Lindner K2 Architekten
www.boegelindnerk2.de

Fotos:

Klaus Frahm
www.klaus-frahm.de