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Neues Leben am alten Ort

Die Nutzung als Campus 75 bereichert die Innenstadt

Das achtgeschossige Bestandsgebäude an der Willy-Brandt-Straße 75 ist vom Architekturbüro Kunst... mehr

Das achtgeschossige Bestandsgebäude an der Willy-Brandt-Straße 75 ist vom Architekturbüro Kunst + Herbert kernsaniert und umgebaut worden. Das frühere Verwaltungsgebäude ist jetzt Standort der HSBA Hamburg School of Business Administration und des HKBiS Handelskammer Hamburg Bildungs-Service und trägt den Namen Campus 75. Bachelor- und Master-Studenten der HSBA studieren hier dual oder berufsbegleitend, die Weiterbildungsprogramme des HKBiS für Privatpersonen und Unternehmen reichen vom halbtägigen Seminar bis zum mehrjährigen Lehrgang auf Master-Niveau.

Der Ort des neuen Campus ist durch seine Lage im Bereich der ehemaligen Neuen Burg, des Nikolaifleets und der Deichstraße historisch bedeutsam und eng verknüpft mit den jahrzehntelangen Planungen und Diskussionen rund um die „Ost-West-Straße“, die die städtebauliche Entwicklung der Innenstadt insbesondere in den 1950er- bis 1970er-Jahre entscheidend prägten. Der ursprüngliche Bau an dieser Stelle wurde um 1905 von George Radel, einem der erfolgreichsten Kontorhaus-Architekten Hamburgs, als moderner Stahlbetonbau errichtet. Ende der 1990er-Jahre ließ die Hamburger Sparkasse nach mehr als 20 Jahren Planung das Gebäude in seiner jetzigen Form von Bassewitz Hupertz Limbrock bauen, die das einstige Kontorhaus und den rückwärtigen Speicher integrierten. An der zum Rödingsmarkt gelegenen Fassade ist der Charakter des Kontorhauses noch gut ablesbar.

Eine großzügige Aula sowie Konferenzräume und Gastronomieflächen mit Bezug zum Rödingsmarkt befinden sich im Erdgeschoss, zahlreiche Seminar- und Schulungsflächen sowie Büro-, Verwaltungs- und Besprechungsräume sind in den oberen Geschossen angeordnet und direkt an die offenen, zentralen Flächen angebunden. Das neue räumliche Konzept arbeitet die Struktur des Gebäudes mit seinem mittig gelegenen historischen Kern, dem Kontorhausspeicher, heraus und macht sie im Innenraum ablesbar. Im Erdgeschoss, dem 2., 4. und 6. Obergeschoss bilden interne Höfe mit geräumigen Lufträumen über jeweils zwei oder drei Geschosse das kommunikative Herzstück des Campus. Umlaufende Galerien ermöglichen einen Kommunikationstransfer auch zwischen den Geschossen. An diesem zentralen Ort treffen sich Studierende, Lehrende und Besucher zu Präsentationen und Besprechungen oder zum informellen Austausch. Im 7. Obergeschoss bietet eine großzügige Terrasse einen beeindruckenden Ausblick auf die Stadtsilhouette Hamburgs. Struktur und Organisation von Rettungswegen und Brandschutzabschnitten wurden erhalten. Seit Mai genießen Studierende und Mitarbeiter ihr hochwertig gestaltetes Arbeitsumfeld mit viel Platz, Licht und modernster Ausstattung.

www.kunstherbert.de


Fotos:

Imageagency.com

(Erschienen in CUBE Hamburg 03|20)

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