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Neubau mit klarer Formensprache

Neubau mit klarer Formensprache Die Villa Linari im Hamburger Westen

Manchmal führen mehrere Wege zum gleichen Architekten – wie im Falle der Villa Linari im Westen... mehr

Manchmal führen mehrere Wege zum gleichen Architekten – wie im Falle der Villa Linari im Westen Hamburgs. Der Bauherr hatte begonnen, sowohl im Internet als auch in diversen Architekturmagazinen nach einem passenden Architekten zu suchen und ist dabei auf das Architekturbüro Thomas Dibelius aufmerksam geworden. Zeitgleich hatte er sich in der näheren Umgebung seines Grundstücks einen Neubau, der ihm gut gefiel, genauer angesehen und sich nach den verantwortlichen Architekten erkundigt. Auch hier stieß er auf das Architekturbüro aus Hamburg. Nach einem Vorentwurf, der die Zustimmung des Bauherrn fand, konnten die Architekten unter Berücksichtigung der Wünsche des Bauherrn mit der Ausarbeitung der Pläne beginnen. Dabei galt es, einen interessanten, ungewöhnlichen und kubischen Bau zu entwerfen, der zeitlos und minimalistisch in der Architektursprache sein sollte und somit dem Designkonzept der Firmenprodukte des Bauherrn entspricht. Der Bauherr wünschte sich einen Neubau, der sich formal an die Moderne anlehnt, dabei aber weiterentwickelt und der heutigen Zeit angepasst ist. Zudem war es ihm wichtig, dass sich das Haus in das Umfeld integriert, dabei aber eigenständig und zeitgemäß ist und eine starke Ausstrahlung hat. Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung des Neubaus lag im Bestandsschutz des vorherigen Altbaus, der aufgrund des Milieuschutzes für die gesamte sehr einheitliche Bebauung in dieser Straße eigentlich keinen Abbruch zuließ. Nach einem längeren Verfahren, verschiedenen gutachterlichen Nachweisen zum Altbau und der Vorlage eines ausgearbeiteten Entwurfes konnte die Genehmigung für den Neubau jedoch erreicht werden und die Arbeiten beginnen.

Entstanden ist ein zweigeschossiger, kubischer Neubau, der sich in die homogene Reihung ensemblegeschützter Wohnhäuser integriert. Die Grundform des Baukörpers ist ein einfacher Quader, der auf einem schmalen tiefen Ost-West-Grundstück liegt und das in dieser Straße typische städtebauliche Ordnungs- und Erschließungsprinzip ergänzt. Durch den anthrazitfarbenen Klinker und die skulpturale Gliederung des Baukörpers nimmt er Bezug auf den Maßstab und Charakter der Nachbarbebauungen. Während sich das Gebäude wie die Nachbarhäuser zur Straße hin körperhaft und eher geschlossen zeigt, löst es sich zum Garten hin auf und erscheint dank seiner großen Glasfassaden leicht und offen. Ein wesentlicher Grundgedanke bei der Entwicklung des Neubaus war der Kontrast zwischen der anthrazitfarbenen rauen Außenhülle des Klinkers und dem minimalistischen flächenbündigen, vollkommen weißen und glatten Ausbau im Inneren. Die Vormauerfassade ist aus einem dänischen Klinker mit langem, flachem Format und einer besonders lebendigen Oberfläche. Die Fugen sind schwarz und liegen deutlich zurück. Die Grundfarbe des Steins, der Anteil der Brandeinschlüsse, der Grad der Besandung sowie die Fugenfarbe wurden anhand einer Reihe größerer Musterflächen auf der Baustelle entwickelt und anschließend für dieses Haus speziell im Werk gefertigt.

Das Erdgeschoss ist bis auf drei untergeordnete Nebenräume als ein völlig offener fließender Raum mit verschiedenen Raumübergängen konzipiert. In der Mitte ist die Halle mit der filigranen auskragenden Treppe ins Obergeschoss angelegt. Im Vordergrund steht hier das Raumerlebnis, das sich vor allem durch die Höhe des zweigeschossigen Raums und die Offenheit zum Außenraum ergibt. Was den Neubau ebenfalls auszeichnet, ist seine ruhige klare Formensprache sowie die Reduktion der Materialien. So lassen sich in der Villa ausschließlich ligurischer Schiefer, Glas, weiße Lackflächen, weißer Putz sowie großformatige italienische helle Kalksteinplatten und weiß geölte und gebürstete Eichendielen finden. Analog dazu sind auch die Farben eher reduziert und auf wenige Töne beschränkt. Ein weiterer konzeptbestimmender Parameter liegt in der energiesparenden Bauweise und der Erfüllung ökologischer Standards durch die Nutzung regenerativer Primärenergien. Auf diese Weise überzeugt der Neubau nicht nur optisch, sondern auch in Sachen Nachhaltigkeit.

www.dibelius-architekten.de

Architekten: Dibelius Architekten www.dibelius-architekten.de Fotos: Heiner Leiska... mehr

Architekten:

Dibelius Architekten
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Fotos:

Heiner Leiska
www.leiska.de