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Mittendrin und gemischt

Auch an Hauptverkehrsstraßen ist Wohnen in einem attraktiven Umfeld möglich

Im Spannungsfeld des Wohnungsmangels und dem Erhalt des „grünen“ Hamburgs prüft die Stadt auch... mehr

Im Spannungsfeld des Wohnungsmangels und dem Erhalt des „grünen“ Hamburgs prüft die Stadt auch den Bau von Wohnungen an den sogenannten Magistralen, den großen, verkehrsreichen Einfall- und Hauptverkehrsstraßen. Der Bezirk Altona ist Teil eines bundesweiten Forschungsprojekt, das eine solche innerstädtische Nachverdichtung an stark lärmbelasteten Straßen untersucht und dabei ausdrücklich unkonventionelle Wege zur Baulücken- und Brachenerschließung sowie zur Nachverdichtung nutzen will.

Das Architekturbüro Planwerkeins zeigt an der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Holstenstraße beispielhaft, wie solch eine Nachverdichtung gelingen kann. Das bestehende Wohnhochhaus wurde eingebunden und zwei neue Wohnriegel sowie ein Gewerbesockel mit Tiefgarage errichtet, dabei wurden Baulücken geschlossen bzw. minimiert. Es entstand ein lebendiges, gut integriertes kleines Quartier. Der straßenbegleitende Riegel hält den Verkehrslärm vom Innenhof ab. Wohnräume und Küchen orientieren sich zum Stadtraum, die Schlafräume zum ruhigen Hof. Der zweite Riegel liegt geschützt im Hof an der Mumsenstraße. Die Fassaden greifen Motive der umliegenden Gründerzeitbauten auf. Die straßenseitige, dunkle Klinkerriemchenfassade des Neubaus mit ihren hell abgesetzten Fenster- und Loggiaelementen bildet ein Wechselspiel mit der neuen, hellen Steinfassade des Hochhauses aus den 1960er-Jahren und seinen dunkel abgesetzten Fenster-und Loggiaelementen. Durch großzügige Verglasungen des Gewerbesockels öffnen sich die Läden in den Straßenraum und werten die öffentlichen Flächen auf. Die Fassaden zu den Innenbereichen und zur Mumsenstraße kehren das Farbspiel mit einer hellgrauen Putzoberfläche um. Die Balkone im Innenhof haben jeweils eine geschlossene Seite für mehr Privatsphäre. Durch die Spiegelung der Balkone über die Geschosse ergibt sich ein räumliches Relief.

Die transparente Erdgeschosszone entlang der Straßen lockt mit einer bunten Einzelhandelsmischung. Ab dem ersten Obergeschoss sind 77 neue Mietwohnungen entstanden. An der Mumsenstraße verbinden sich durch die offene Bebauungsstruktur die privaten Freiflächen mit dem ruhigen, öffentlichen Straßenraum, wodurch sozialer Austausch und eine Identifikation über das private Grundstück hinaus entsteht. Die Dachflächen des Sockels sind als Außenanlagen für die Wohnungen hergerichtet. Abstandsstreifen an den aufgehenden Gebäuden schützen die Privatsphäre und beinhalten private Terrassen. Die restlichen Bereiche dienen der Allgemeinnutzung und als Kinderspielflächen. Der neue Wohnraum liegt attraktiv zwischen beliebten Vierteln, die angrenzenden Grünflächen von Wohlerspark und Suttner-Park erstrecken sich bis an die Elbe.

www.planwerkeins.de

Architekten: Planwerkeins www.planwerkeins.de Fotos: Uwe Scholz mehr

Architekten:

Planwerkeins
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Fotos:

Uwe Scholz