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Mehr Raum für Literatur

Eigenständiger Neubau ergänzt das Gerhart Hauptmann Museum

Von 1926 bis 1943 lebte und arbeitete der Litera­tur­nobelpreisträger Gerhart Hauptmann im Haus... mehr
Von 1926 bis 1943 lebte und arbeitete der Litera­tur­nobelpreisträger Gerhart Hauptmann im Haus Seedorn auf Hiddensee, welches bereits ab 1956 als Museum genutzt wird. Da der Andrang jedoch immer größer wurde und die Museumsbesucher nach weiteren Erklärungen und zusätzlichen Erläuterungen für das, was sie sahen, suchten, entschied sich die Gerhart Hautptmann-Stifung, das alte Hauptmann-Haus um ein zusätzliches Gebäude zu erweitern. „Wir wollten dem alten Hauptmann-Haus einen Neubau zur Seite stellen – also weder zitieren noch historisieren, sondern aus dem Jahre 2012 hinaus sprechen,” so Franziska Ploetz von der Gerhart-Hauptmann-Stiftung.

Beauftragt wurden hierfür die Architekten Christine und Torsten Rutsch, die einen flachen Pavillon entwickelten, der sich in das hügelige Gelände schmiegt, gewohnte Sichtbeziehungen wahrt und sich zu dem höher gelegenen Baudenkmal hin öffnet. Dabei liegt der schlichte, klassisch moderne Baukörper durch den zurückgenommenen Zaun wie auf einem eigenen Platz. Die realen Schatten großer Buchen lassen das Gebäude im Zusammenspiel mit aufgerasterten, digitalen Silhouetten mit dem Ort verschmelzen. Der neue Ausstellungspavillon vereint gleich mehrere Funktionen und dient dem Gerhart-Hauptmann-Haus zukünftig als Ausstellungsgebäude, Museumsshop und neuer Eingang. Die sensible Reaktion des Entwurfes auf den natürlichen Charme des Ostseeinselortes Kloster geben dem Neubau Gesicht und eine würdige Hülle für die im Sommer 2013 entstehende neue Ausstellung. Gerhart Hauptmann hatte einen guten Blick für die Besonderheit des Ortes. Bis heute bezaubert dessen Lage, das inseltypische Zusammenspiel von Licht und Seeluft.

„Wir haben nicht nur das Gebäude an sich geplant, sondern auch die Landschaft drum herum, den Ausbau sowie die Möblierung bis ins Detail,“ so Torsten Rutsch. „Dabei war die Nutzung des Gebäudes von Anfang an klar definiert: Liter­atur ausstellen und verkaufen. Aufgrund der dunklen Jahreszeiten und der großen Beschattung ging es vor allem darum, Licht in den Raum zu bekommen. Deshalb haben wir von Anfang an mit Velux Flachdach-Fenstern und den energieeffizienten LED Strahlern Occhio Più geplant.” Durch den zusätzlichen Einsatz dieser Flachdach-Fenster ist der gesamte Raum geprägt von Licht und Luft. Das von oben eintretende Tageslicht ergänzt die diffuse Helligkeit im Innenraum – und wirkt sich damit optisch positiv auf die Präsentation der Bücher und der Exponate aus.

Heute erfreuen neben lichtdurchfluteten Räumen auch eine entspannte Akustik und naturbelassene Materialien Auge, Ohr und Seele. Das durch das Blätterdach der Buchen gefilterte Tageslicht strömt durch die großzügig verglaste Süd­fassade und erlaubt so einen freien Blick auf das Hauptmann-Haus.

In der Ausstellung und um den Pavillon herum, dessen Bau durch die Bundesrepublik Deutschland gefördert wurde, werden neue Formate der Literaturvermittlung angeboten. Dabei wird das heute vor Ort zu erlebende, literarische Programm dem Anspruch des Ortes gerecht, belebt ihn und vermag viele Kulturreisende zu begeistern. So besuchen rund 35.000 bis 40.000 Besucher jedes Jahr diesen Ort, um an Führungen durch das denkmalgeschützte Ensemble teilzunehmen, aber vor allem, um hochkarätig besetzte Lesungen mit prominenten Schriftstellern und Künstlern zu genießen.
www.rutsch-rutsch.de


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Fotos

Petra Steiner
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