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Geturnt wird jetzt woanders

Behutsame Umnutzung einer denkmalgeschützten Sporthalle

Auch wenn die Turnhalle der ehemaligen Isra­eli­tischen Töchterschule ihrer Funktion über 100... mehr
Auch wenn die Turnhalle der ehemaligen Isra­eli­tischen Töchterschule ihrer Funktion über 100 Jahre gerecht wurde, erwies sie sich für eine Sportnutzung nach heutigen Maßstäben doch als zu klein. Die Frage war also, was mit der unter Denkmalschutz stehenden Halle geschehen sollte. Nach einigen Überlegungen einigten sich die Schulbehörde, das Bezirksamt–Mitte der Stadt Hamburg sowie Bürger des Viertels schließlich darauf, die kleine Halle als Synagoge und Treffpunkt für die kleineren liberalen jüdischen Gruppen der Hansestadt zu nutzen.

Um diese Idee zu realisieren, beauftragte die Stadt mit Knaack & Prell Planer ein Architektur­büro, das bereits Erfahrung im Umgang mit religiösen Gruppen und sensiblen gestal­terischen Umnutzungen hatte. Dabei bestand die Planungsaufgabe zum einen in der denkmalgerechten Sanierung der Turnhalle und ihrer Nutzung als Gebets- und Versammlungsraum. Zum anderen sollte ein Anbau mit Kaffee-, Seminar-, Verwaltungs- und Sanitärräumen für ein jüdisches Kulturhaus errichtet werden.
Der Grundgedanke des Architekten Ronald Knaack war es, die Turnhalle als geschichtsträchtiges Gebäude so weit wie möglich zu erhalten und sie als dominierendes Bauteil des jüdischen Kulturhauses heraus zu heben. Demgegenüber sollte der Anbau als deutlich untergeordnetes, modernes Gebäude in einem angemessenen respektvollen Abstand daneben gestellt werden. Um dies zu erreichen, wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt der Grundriss der Halle wieder hergestellt, das Dachgebälk freigelegt und einzelne Bauteile erneuert. Zugleich wurden eine moderne Haustechnik, Lüftung, Heizung und Elektro-Installationen unsichtbar in Fußböden und Decken verlegt.
Der Anbau sollte aus zwei zweigeschossige Kuben bestehen. „Wir haben uns für einen Anbau aus Holz entschieden, da sich Holz gut als weiches, warmes Material der steinernen Turnhalle unterordnet“, begründet der Architekt die Materialwahl. Dabei zieht sich die Lärchenholzverschalung nicht nur um die gesamte Fassade, sondern ist auch im Innenraum zu finden. Doch was das Projekt besonders auszeichnet, ist der harmonische Gegensatz, der sich aus der Leichtigkeit der Holzkuben und der gestalterischen Verspieltheit der alten Turnhalle ergibt.

www.knaack-prell.com
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Knaack Prell Architekten
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Silke Schmidt
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