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Eine gemeinsame Mitte

Vom Bauen für eine zeitgemäße Schule

Die Allgemeine Volksschule auf der Uhlenhorst wurde im Zuge einer Reihe von Neubauten für das... mehr
Die Allgemeine Volksschule auf der Uhlenhorst wurde im Zuge einer Reihe von Neubauten für das Bildungswesen nach den Plänen des städtischen Hochbauamtes 1903 errichtet. Lichte und luftige Klassenräume, angemessene Sanitärräume, steinerne Treppen und eine nach Geschlechtern getrennte Doppelstruktur entsprachen dem damaligen Verständnis einer zeitgemäßen Schule. Nach Kriegsschäden wurde die Schule in den 1960er-Jahren weitgehend überformt und wiederum den zu dieser Zeit geltenden Vorstellungen angepasst. Die Trennung in Jungen- und Mädchenschule wurde aufgehoben, Flächen durch den Ausbau eines zusätzlichen Vollgeschosses gewonnen und die straßenseitige Fassade mit einer Klinkervorsatzschale verblendet. Das historische Gebäude hatte dadurch die Anmutung einer Architektur der 1960er-Jahre, obwohl in den Hauptgeschossen noch die Proportionen der gründerzeitlichen Bausubstanz ablesbar waren.

Die nach Auflösung der zweiten Grundschule notwendig gewordene Schulerweiterung an diesem Standort bedeutete für das beauftragte Büro Stölken Schmidt Architekten BDA, sich mit den rigiden Planungsanforderungen der Kaiserzeit auseinander zu setzen. Die Entwicklung pädagogischer Lernkonzepte hat sich seither so grundlegend verändert, dass die baulichen Vorgaben starr und bisweilen hinderlich wirkten. Ziel musste es also sein, nicht nur die erforderliche Anzahl von Klassenräumen hinzuzufügen, sondern darüber hinaus einen so weitreichenden Ansatz zu finden, der seine Wirkung bis in den Altbau entfalten würde. Der neue Erweiterungsbau schließt auf der Nordseite unmittelbar an den Bestand an. Auf diese Weise wird eine hohe Flächeneffizienz und eine Reduktion der Gebäudehüllflächen erzielt, aber auch eine komplexe Verbindung der Gebäudeteile erwirkt, die sich maßgeblich auf die Organisation der Schule auswirkt. Diese wird zusätzlich gestärkt durch die Neuorganisation der Pausenhallenfläche, die auch als Aula der Schule genutzt wird. Der halbgeschossige Höhenversatz des Neubaus zum Bestand ermöglicht eine stärkere Orientierung der Schule zu den Außenflächen. Die Sitzstufenanlage überwindet die Höhendifferenz zwischen Alt- und Neubau und wird zum integrativen Bestandteil des Schulgebäudes. Gleichzeitig wird eine neue Verbindung zwischen Unterricht, Bibliothek und Pause geschaffen. Die Pausenhalle wird dabei über ein kleines Forum räumlich in den Außenbereich erweitert und erhält eine der Nutzung angemessene Raumhöhe.

Die Schulerweiterung wurde im Rahmen der Reihe „Weiterbauen“ als beispielhaftes Projekt, wie Altbauten weiterentwickelt, umgenutzt und erweitert werden können, vorgestellt.

www.stoelkenschmidt.de
Architekten: Stölken Schmidt Architekten BDA www.stoelkenschmidt.de Fotos: Jochen... mehr

Architekten:

Stölken Schmidt Architekten BDA
www.stoelkenschmidt.de

Fotos:

Jochen Stüber, Objektfotografie