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Ein ganz modernes Denkmal

Nach Sanierung entspricht die nördliche Deichtorhalle höchsten Ausstellungsstandards

Die von 1911 bis 1913 errichteten Deichtorhallen zählen seit 1989 zu den großen... mehr
Die von 1911 bis 1913 errichteten Deichtorhallen zählen seit 1989 zu den großen Ausstellungshäusern für zeitgenössische Kunst und Fotografie in Europa. Die ursprünglich für den Gemüsehandel konzipierten „Kalthallen“ gelten als bedeutende Monumente der Industriearchitektur und stehen seit 1996 unter Denkmalschutz. Um die Relevanz der „Halle für aktuelle Kunst“ angesichts der gestiegenen Anforderungen im internationalen Ausstellungsbetrieb auch in Zukunft zu gewährleisten, musste sie saniert werden. Dem Architekturbüro Sunder-Plassmann aus Kappeln gelang es in nur 17 Monaten, die nördliche Deichtorhalle in allen Details zu erhalten und energetisch und klimatechnisch an den internationalen Museumsstandard anzupassen. Zum 25-jährigen Jubiläum konnte die „Halle für aktuelle Kunst“ im März wiedereröffnen.

Neben unzureichender Wärmedämmung und fortschreitender Feuchtigkeitsprobleme entsprach die gesamte technische Ausstattung nicht mehr dem Standard internationaler Ausstellungshäuser, wodurch eine Gefährdung des Ausstellungsbetriebs und Beschädigungen der Kunstwerke drohten. Auch die nachträglich eingebaute Klimaanlage erfüllte den konservatorischen Standard von Leihgebern für hochkarätige Ausstellungsprojekte nicht mehr. So stellte das Zusammenspiel aus denkmalgerechter Sanierung der historischen Bausubstanz und die Erfüllung zeitgemäßer energetischer, konservatorischer und sicherheitsrelevanter Standards für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar. Die Fassaden des Mauerwerks wurden saniert und die Fenster und Oberlichter in Isolierverglasung mit UV-Schutzgläsern komplett erneuert, um Wärme- und Lichtdurchlässigkeit entscheidend zu verbessern. Die Halle erhielt eine neue technische Gebäudeausrüstung sowie Sicherheitstechnik und eine energiearme LED-Beleuchtung.

Zugleich wurden weitere Aspekte zur Verbesserung der Gesamtsituation umgesetzt. So gelang mit der städtebaulichen Neuausrichtung von Café, Shop und den Räumlichkeiten für die kulturelle Bildung zur westlich gelegenen Hafencity eine Stärkung der Kunstmeile als Verbindungsachse. Die denkmalgeschützte Konstruktion konnte durch eine neuartige Pufferzonenbildung und eine innere Vorhangfassade erhalten werden, bei gleichzeitiger energetischer Ertüchtigung der gesamten Halle. Wichtig ist auch das gerettete Erlebnis des Tageslichts – charakteristisch für die Halle - trotz neuer Licht- und Klimaschutzanforderungen. Eine energieeffiziente und dennoch atmosphärische Kunstlichtbeleuchtung mit neuester LED-Technik unterstützt diese Empfindung. Durch den Aufbau von speziellen „Klimahorizonten“ innerhalb der Halle konnte ein gleichmäßiges Klima nach internationalem Museumsstandard erreicht werden.

www.sunder-plassmann.com
Architekten: Sunder-Plassmann Architekten www.sunder-plassmann.com Fotos: Carlotta... mehr

Architekten:

Sunder-Plassmann Architekten
www.sunder-plassmann.com

Fotos:

Carlotta Werner
www.carlottawerner.de