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Drei und drei macht eins

Familienrituale prägen ein maßgeschneidertes Zuhause

Der Neubau steht auf einem schmalen Grundstück in Bergedorf zwischen zwei konventionellen... mehr

Der Neubau steht auf einem schmalen Grundstück in Bergedorf zwischen zwei konventionellen Wohnhäusern, ein kleines mit Satteldach und ein großes mit Walmdach. Die Geometrie des Entwurfes der Berliner Architekten Bettina Kraus und Alexander Thomass vermittelt zwischen den angrenzenden Volumen. Unter Bezugnahme auf bestehende Baufluchten und Höhen wird eine eigenständige Kubatur geformt, die sich unaufgeregt in den Ort einfügt und das Landhaus neu interpretiert. Durch die besondere Randlage des Grundstücks hat man aus den Obergeschossen einen weiten Blick über die Landschaft der Vierlande bis nach Niedersachsen.

Die räumliche Organisation des Hauses wurde aus den präzisen Vorgaben der Bauherren zu Gewohnheiten des Zusammenlebens und persönlichen Vorlieben entwickelt. Bei der Verortung der gemeinsamen Familienrituale, dem Essen, Musizieren und Saunieren, stehen schöne Ausblicke und Außenraumbezüge im Vordergrund. Bei den individuellen Räumen und Nutzungen sind Rückzug und individuelle Bedürfnisse maßgebend.

Die Gliederung des Hauses wird von drei Raumprinzipien und den damit verbundenen Erfahrungen bestimmt. Die gemeinschaftlichen Wohnbereiche im Erdgeschoss wickeln sich als offene Raumfolge um ein hoch installiertes kompaktes Kernmöbel, das sämtliche Nebenräume integriert. Diese Ringform ermöglicht durch ihre Wegeführung in zwei Richtungen je nach Stimmung ein Aufeinander-Zugehen oder Sich-aus-dem-Weg-gehen. Im Kontrast zum offenen Wohnbereich sind die Zimmer im ersten Obergeschoss als Cluster um einen zentralen, von oben belichteten Verteilraum mit umlaufender Einbauschrankwand gruppiert. Im Dachgeschoss gibt der mit einer Acrylkuppel überdeckte Patio mit Sauna den Blick in Natur und Himmel frei. Die Geschosse sind über eine zentrale Treppe verbunden. Alle Räume zeigen innerhalb der polygonalen Außenform unterschiedliche Raumschnitte mit individuellen Deckenabwicklungen.

Die im Erdgeschoss aus dem Gebäudevolumen subtrahierten Außenräume bilden eine überdachte Eingangszone, die je nach Witterungsbedingungen zugleich einen geschützten Autostellplatz anbietet, sowie zum Garten eine halbüberdachte ebenerdige Terrasse. Der monolithische Baukörper mit großen Öffnungen integriert sich durch die speziell für das Haus gefertigten Geradschnitt-Ziegelschindeln in das von Klinkerbauten geprägte Quartier.

www.krausfischnaller.com
www.alexanderthomass.de

Fotos:

Filip Kujawski

(Erschienen in CUBE Hamburg 01|21)