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Das Silo - ein Abbild der Arbeitswelt

Inspirierende Verbindung von Tradition und Moderne

Mit alten Gebäuden wird in der Regel nach zwei Methoden verfahren. Man saniert sie oder man reißt... mehr
Mit alten Gebäuden wird in der Regel nach zwei Methoden verfahren. Man saniert sie oder man reißt sie ab und stellt etwas glattes Neues hin. Der Architekt Heiner Limbrock und sein Bauherr, die Aurelius AG entschieden sich mutig für die anspruchsvollere Methode Nummer drei, nämlich die Konversion, also die Überführung eines alten Bauwerkes von seinem ursprünglichen Zweck zu einem neuen. Sie haben in die alte Ästhetik eine neue eingefügt, Altes erhalten - soweit die morbide Bausubstanz das zuließ - und es zusammen in etwas Neues verwandelt und dabei auch ein städtebauliches und industriegeschichtliches Zeichen gesetzt.

Das Silo sollte niemals mehr sein als ein Silo. Es wollte keine Macht demonstrieren, schön sein oder Geborgenheit geben. Das alte Silo hat immer gesagt: Hier wird gearbeitet. Diesen Charakter wollten die Architekten in den Neubau überführen, seine Formensprache lässt die nötige Härte nicht vermissen. Schmückende Adjektive sind fehl am Platz, wo man in staubiger Luft mit Schwielen an den Händen sein Brot verdiente. Gleichzeitig bildet das Silo auch den Kontrast und Wandel der Arbeitswelt ab, der heute im Channel Harburg lebendig ist. Der 43 m hohe Getreidespeicher wurde 1935/36 als Gruppe von 4x4 Silozellen mit einem Durchmesser von 7,80 m und einer Höhe von 28 m auf einem 7,50 m hohen Sockel am westlichen Bahnhofskanal im Harburger Binnenhafen errichtet, um Ölsaaten und Getreide für die Herstellung von Margarine zu lagern. Alle 16 Silozellen ruhten auf Schüttkegeln, die ihrerseits auf je 4 Stahlbetonstützen gegründet waren. Beim Umbau des Silos zu einem Bürohaus mit insgesamt 14 Obergeschossen wurden von den 16 Silozellen die vier inneren und sechs äußeren abgebrochen. Die sechs übrigen Silozellen wurden nur teilweise zurückgebaut und blieben als Außenhülle bestehen und sind weiterhin ablesbar in Grundriß und Fassade. Ebenso blieb das komplette Tragwerk mit Ausnahme der inneren Kernzone erhalten. Die tragenden Wände, Stützen und Unterzüge der aufgehenden Geschosse wurden als Stahlbetonfertigteile konstruiert und montiert und bieten heute modernste Büroflächen mit tollen Ausblicken über den Harburger Binnenhafenbereich. Sie können als ganze Etage genutzt oder flexibel in kleinere Einheiten geteilt werden. In die durch Sägetechnik entstandenen Öffnungen wurden Fenster eingebaut. Die neu errichtete Fassade zwischen und oberhalb der Bestandssilos besteht aus vorgehängten Aluprofil-Elementen. Dazwischen und im Brüstungsbereich wurde strukturiertes grünliches Industrieglas als hinterlüftete Fassade eingebaut. Die Böden im Vorraum der Aufzüge im zentralen Kern wurden mit begehbaren Glasbausteinen gestaltet. Die Schüttkegelhalle im EG wurde verglast und wird heute von einem Restaurant genutzt, das von der neu entstandenen, über den Bahnhofskanal auskragenden Terrasse zusätzlich profitiert.

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