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Aufbruch im Osten

Neues Wohnquartier am Wasser zeigt die Stärken des Ortes

Bereits im Sommer vergangenen Jahres verkündete der Bürgermeister Olaf Scholz das Programm... mehr

Bereits im Sommer vergangenen Jahres verkündete der Bürgermeister Olaf Scholz das Programm „Stromaufwärts an Elbe und Bille“. Nun ist das erste Wohnungsbauprojekt im Rahmen dieses Programms fertig gestellt worden. Die besondere Lage des Hamburger Ostens mit seinen vielzähligen Kanälen und der Nähe zur Innenstadt machen ihn insbesondere als Wohn­standort interessant. Bislang stehen die zum größten Teil gewerblich genutzten Stadtteile wie zum Beispiel Hammerbrook und Rothenburgsort im „Schatten der Wahrnehmung“, wie Oberbaudirektor Jörn Walter sagte. Durch das Entwicklungsprogramm der Stadt sollen diese im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Stadtteile neu belebt werden und wieder verstärkt dem Wohnen dienen.

Das neue Wohnquartier Hansaterrassen vom Architekturbüro blauraum entstand auf einer für dieses Areal typischen, brachliegenden Gewerbefläche mit Wasserbelegenheit. Heute erfreuen sich die neuen Mieter und Eigentümer von insgesamt 131 Wohnungen an der idyllischen Lage am Wasserlauf des Rückerskanals und stehen als erste neue Bewohner des Quartiers für den Umwandlungsprozess im Hamburger Osten. Die Wohnanlage befindet sich in direkter Nähe zur historischen Hansaburg, ein 1913-1915 durch die Firma Lehmann & Hildebrandt errichtetes Gebäude, welches früher als Papierfabrik genutzt wurde und heute in Teilen unter Denkmalschutz steht. Das Quartier orientiert sich bewusst an den städtebaulichen Gegebenheiten. So wird die typische hamburgische Kanalkantenbebauung aufgenommen, um ein einheitliches Gesamtensemble im Zusammenspiel mit der Hansaburg zu formulieren. Die solitären Wohngebäude bilden den historischen Blockrand in seinen Außenkanten nach.

Durch die Einzelgebäudeausbildung und deren zueinander verschobene Positionierung erhalten alle neuen Bewohner einen freien Wasserblick aus der Wohnung und vom Balkon aus. Die einzelnen Gebäudehöhen zueinander sind im städtebaulichen Zusammenspiel so entwickelt, dass gemeinsame terrassierte Freiräume die Bebauung als Passepartout umgeben. Im neuen Quartierszentrum befindet sich im Mittelpunkt der Wohnbebauung ein großzügiger Platz mit Spielflächen. Zur Uferzone in Richtung Rückerskanal zieht sich die Bebauung bewusst von der Uferzone zurück – so werden die öffentlichen Wegebeziehungen eingehalten.

Die Fassade ist in horizontale Bänder gegliedert. Die Brüstungsbänder sind aus einem weißen, leicht abgetönten Putz gestaltet. Um eine Tiefe in der Fassade zu erzeugen, wurden in den Fensterbereichen Mosaikfliesen aus weißer Glaskeramik verwendet. Durch die changierenden kleinformatigen Fliesen entsteht ein lebendiges Lichtspiel aus Reflexion und Spiegelung der angrenzenden Kanäle. Sämtliche Wohn- und Essräume verfügen über einen Wasserblick durch die präzise Eckausbildung in der Wohnungsgestaltung. Die den Wohnräumen vorgelagerten Balkone sind alle zwei Geschosse um 90 Grad verdreht und über die Gebäudeecken gespiegelt, um eine höchstmögliche Belichtung in den Wohnräumen zu erreichen. Gleichzeitig verzahnen sich die Balkone mit den Nachbargebäuden und deren versetzten Balkone zu einem nachbarschaftsbelebenden Außenraum. Die Balkone sowie die Geländer sind mit einer ornamentalen QR-Code-Lochung versehen. So entsteht ein lebhaftes Fassadenbild. Das weiß-goldene Quartier bildet einen Kontrast zu den angrenzenden Klinkersteingebäuden und setzt so auch optisch ein Signal zur Veränderung des Stadtteils.

www.blauraum.eu

Architekten: blauraum architekten Planungsgesellschaft mbH www.blauraum.eu Fotos: Werner... mehr

Architekten:

blauraum architekten
Planungsgesellschaft mbH
www.blauraum.eu

Fotos:

Werner Huthmacher
www.huthmacher-data.de/site