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Zwischen Zeiten vermitteln

Altbaucharakter erhalten trotz Umbau und Kernsanierung

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Auch wenn Inhalte und Funktionen wechseln, behalten Gebäude doch ihren Charakter aus der Bauzeit. Formt man diesen zu oft um, wirkt ein Haus schließlich unnatürlich. Wenn es um Konservierung von Erhaltenem, Rekonstruktion von Bekanntem oder Schöpfung von Neuem geht, muss stets im Einzelfall entschieden werden, welches die passende Antwort auf die vorgefundene Bausubstanz ist. Nach dieser Maxime arbeiten B.A.S. Architekten. Und so haben sie auch bei der Altbausanierung eines historischen Gebäudes von 1910 nach den passenden Antworten gesucht.

Nach Kernsanierung und Umbau wird das Stadthaus aus der Gründerzeit als Einfamilienhaus genutzt. „Das Reihenmittelhaus fügt sich aus Respekt vor der Qualität des traditionellen Stadtbausteins nach Umbau und Veränderungen des Dachstuhls, der Grundrisse und der Freiraumgestaltung zurückhaltend in das Gebäudeensemble ein. Im Inneren ging es darum, Bezüge aus unserer Zeit zum Altbau aufzubauen, um zwischen den Zeiten zu vermitteln. Das Gebäude bleibt jedoch als Altbau erkennbar“, erläutert Peter Begon seine Arbeit.

Im Zuge des Umbaus haben die Architekten die Fassade und alle Geschosse saniert. Selbst bei den Fenstergriffen haben sie nach fein gearbeiteten Griffen gesucht, die denen der Jahrhundertwende entsprechen. Um mehr Raum für die Kinder zu schaffen, erhielt der Dachstuhl zwei großzügige Gauben. „Es sieht aber aus, als habe es die größeren Gauben schon immer gegeben“, so Peter Begon. Durch den Anbau eines Wintergartens wurde mehr Bezug zum Außenraum geschaffen. „Die Wohnetagen sind modern interpretiert. Baumaterialien, Konstruktionen und Detaillierungen aus der Entstehungszeit werden aufgegriffen und in reduzierter Formensprache abstrahiert“. In den Wohnräumen wurden Fischgrät-Parkettböden verlegt und in Küche und Badezimmern Zementfliesen, ein typisches Material aus der Bauzeit. Für das Bad wählten die Architekten raumhohe Fliesen von Kerlite. „Da sie nur fünf Millimeter dick sind, haben sie niedrige Aufbauhöhen und sind damit sehr gut für die Sanierung im Altbau geeignet. Sie wirken wie eine Wand und erfüllen alle Anforderungen einer Fliese für die Dusche.“

Das Treppenhaus wurde bis zum Dach geöffnet, damit mehr Licht ins Haus kommt. Außerdem wurde die ursprüngliche Holztreppe wieder freigelegt. Seit den 1950er Jahren war das Holz überdeckt gewesen. „In den Räumen fügt sich das individuelle Farb- und Lichtkonzept selbstverständlich und prägnant in den historischen Kontext“, so der Architekt. Bei der Sanierung, die auch energetischen Kriterien folgte, setzten die Architekten übrigens aus Brandschutzgründen auf nichtbrennbare Steinwolle und nicht auf ein Wärmedämmverbundsystem.

www.bas-architekten.de
Architekten: B.A.S. Peter Begon www.bas-architekten.de Fotos: Jean-Luc Valentin... mehr

Architekten:

B.A.S. Peter Begon
www.bas-architekten.de

Fotos:

Jean-Luc Valentin
www.foto-valentin.de