Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Zeitlose Klarheit

Wie eine Villa aus den 60er Jahren im Geiste des International Style wiederbelebt wurde

Es ist die einzige Villa, die der Architekt Richard Heil in Frankfurt entworfen hat. Denn unter... mehr
Es ist die einzige Villa, die der Architekt Richard Heil in Frankfurt entworfen hat. Denn unter seiner Federführung entstanden in der Mainmetropole nur wenige kleinere Häuser. Hier baute Heil eher in die Höhe: zum Beispiel die frühere Commerzbankzentrale. Seine Villa aus den 1960er Jahren ist durchdrungen vom Geist der amerikanischen Architektureinflüsse und damit der für Europa ganz neuen Ideen der fließenden Übergange zwischen Innen und Außen. Ungewöhnlich in der noch jungen Bundesrepublik, dass Menschen ihre privaten Refugien mit der Offenheit des International Style durchlüfteten. Nach Umbau und energetischer Sanierung durch B. A. S. Architekten zeigt auch Heils Villa heute wieder ihren Ursprungsgeist: Riesige Glasscheiben holen die Außenwelt ins Haus und im Innern sorgen ineinander übergehende Räume für ein offenes Kontinuum.

In der Villa war zwischenzeitlich eine Praxis untergebracht und so waren einige Attribute des International Style durch Umnutzung und Umbauten verwischt. „Die Arbeit bot die Chance, die Qualitäten des ursprünglichen Entwurfes, wie elementare Baukörpergliederung, freier Grundriss oder Innen-Außenübergänge herauszuarbeiten und zu steigern“, erläutert Peter Begon. „Das Konzept, das wir erkannt haben, war ein T-Grundriss. Dadurch entstanden zwei Gartenbereiche“. Und so konzentriert sich das Haus mit den großen Fenstern gleich doppelt auf den Garten, in dem sich sogar ein Pool befindet. Im Querriegel sind die Schlafräume untergebracht, im vorderen Eingangsbereich mit der fensterlosen Außenwand eine Bibliothek. „Wir haben die Villa zur Eingangsseite geschlossen und zum Garten mit Glas geöffnet. Im Eingangsbereich gab es mal Fenster. Die waren aber willkürlich eingesetzt worden und stammten nicht aus dem ursprünglichen Entwurf.“

Die Offenheit, die die Villa nach Außen demonstriert, setzt sich auch im Inneren fort. Dafür mussten die Architekten die langen Blickachsen an den Schenkeln entlang wiederherstellen. Nun sind die unterschiedlichen Funktionen zwar klar voneinander getrennt, dennoch gehen die Räume fließend ineinander über. Lediglich Möbel oder auch der Kamin trennen wie Raumteiler die unterschiedlichen Bereiche. So zeigt sich die Palisander-Wand, die sich hinter dem Esstisch befindet, auf der anderen, der Küchenseite, als Schrank. Der durchgängige Boden unterstreicht den Eindruck der fließenden Übergänge: „Es gab einen Kaminblock mit Travertin. Alle Böden wurden daher dem Travertin angepasst. Da Travertin nicht so schnell zu bekommen war, haben wir gesandstrahlten Kalkstein genommen, der farblich gut passt“. Außen ist der Boden etwas rauer, drinnen feinporiger.

Mit Kalkstein, Edelputz, verchromten Türgriffen oder Palisander beschränkten sich die Architekten auf wenige edle Materialien, die an Mies van der Rohe denken lassen. „So haben wir die monochrome Farbigkeit und die Feinheit der Ästhetik der 1960iger Jahre herausgearbeitet und dem Bau eine zeitlose Klarheit verliehen.“

www.bas-architekten.de
Innenarchitekten: B. A. S. Architekten www.bas-architekten.de Fotos: Jean-Luc Valentin mehr

Innenarchitekten:

B. A. S. Architekten
www.bas-architekten.de

Fotos:

Jean-Luc Valentin