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Spielmanns Lokschuppen

Multifunktionale Umnutzung und Rauminszenierung in Kronberg

Repräsentativ und nachhaltig sollte sich bei „Spielmanns Lokschuppen“ Altes mit Neuem verbinden.... mehr
Repräsentativ und nachhaltig sollte sich bei „Spielmanns Lokschuppen“ Altes mit Neuem verbinden. Die ehrwürdige Ziegelhalle war 1935 als Nachfolgemodell des Lokomotivdepots von Victoria Kaiserin Friedrich errichtet worden, die das Kronberger Grundstück 1888 als Witwensitz erworben hatte. Seit der Aufnahme des S-Bahn-Betriebs 1978 war das Gebäude im typisch massiv-geschlossenen Stil des Neuen Bauens nur noch als Lagerfläche genutzt worden. Privatinvestor Dietmar Spielmann, Kronberger und Unternehmer aus Leidenschaft, wollte den von Graffitis und Gras überwucherten Bau aus dem Dornröschenschlaf erwecken. Nicht nur Büro- und Präsentationsflächen fürs eigene Unternehmen sollte geschaffen werden. Im Sinne nachhaltiger Nutzung sollte der Lokschuppen auch für regionale Veranstaltungen zur Verfügung stehen - von Lesungen, Konzerten und Ausstellungen bis hin zu Tagungen. Größtmögliche Flexibilität der Raumnutzung bei Wahrung des historischen Charmes war das Ziel.

Gemeinsam mit Grabowski Architekten und Innenarchitektin Andrea Poerschke machte man sich an die Arbeit. Unter der Decke ruhen die alten raumübergreifend gespannten Stahlträger auf den alten Mauersäulen, die so auch als dekorative und raumgliedernde Elemente erhalten werden konnten. Außen sind die mächtigen Ziegelstreben als die Fassade strukturierende Schrägpfeiler sichtbar, die abends wirkungsvoll illuminiert werden. Auf eine Außendämmung verzichtete man, um das charakteristische Erscheinungsbild des 38 cm dicken Mauerwerks nicht zu beeinträchtigen. Um dennoch eine nachhaltige Wärmeversorgung zu erzielen, wurden die alten Eisenprofilfenster mit Wärmeschutzverglasung versehen. Neuer Holzdielenboden wurde in einem aufwändigen Verfahren mit einer Bodenheizung unterlegt, die durch Erdwärme gespeist wird. Modernste Technik- und Sanitäreinrichtungen fanden in einem zweigeschossigen Anbau in schlicht-eleganter Holzbauweise Platz.

Der spröde Charme der Lokhalle blieb auch im Inneren erhalten. Ein majestätisches Dachtragwerk und eine als offener Konferenzraum nutzbare Galerie prägen den imposanten Raum, der bis zu 200 Menschen fasst. Die hölzerne Dach­stuhlkonstruktion wurde in sorgfältiger Handwerksarbeit originalgetreu wiederhergestellt und erhielt mit einer Dachlaterne eine Öffnung nach außen. Viel Atmosphäre schuf man durch die Kombi­nation der historischen Bauelemente mit hochwertigen modernen Materialien. Tagsüber lässt eine großflächige Verglasung mit neuen Glastorelementen und den fast bodentiefen Sprossenfenstern viel Licht herein, abends kann der Raum durch ein intelligentes Lichtkonzept in variable Stimmungen getaucht werden. In der Tat bietet „Spielmanns Lokschuppen“ eine Bühne für unterschiedlichste Veranstalter, die eines verbindet: ein Faible für eine Sym­biose von Industriecharme und moderner Raumins­zenierung, die Gästen nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

www.spielmanns.com
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Albrecht Haag
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Peter Volkmer