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Spannungsreiche Architektur

Moderne Villa, die nicht gleich alles zeigt

Ausgangspunkt für das vorliegende Projekt war ein spitz zulaufendes Grundstück am Westhang... mehr

Ausgangspunkt für das vorliegende Projekt war ein spitz zulaufendes Grundstück am Westhang oberhalb Kelkheims, das auf drei Seiten von Straßen und Wegen umgeben wird, und – mit direktem Blick auf den Main – am Fuße eines Klosters liegt. Den Wünschen des Bauherren zufolge sollte hier ein etwas anderes Gebäude entstehen. Ein Gebäude, das auffällt, sich von klassischen Wohnhäusern abhebt und einfach mal einen ganz anderen Look präsentiert.

Dementsprechend war es also das oberste Ziel des Gesamtentwurfs von cyrus|moser|architekten, mit dem gewohnten Sehen zu brechen und für überraschende Momente in der Architektur zu sorgen. Eine Aufgabe, die auf vielfältige Weise realisiert wurde und deren Ergebnisse spannende Kontraste vereint. So ist das Haus einladend – obwohl seine Fassade zunächst abweisend wirkt. Es ist hell, obwohl auf den ersten Blick Fenster fehlen und es strahlt Freundlichkeit aus, obwohl die Architektur von Reduktion geprägt ist. Trotz der einschränkenden Größe des Grundstücks zeichnet sich das Wohnhaus durch eine nicht zu erwartende Weitläufigkeit aus und erlaubt Weitblicke, obgleich es sich hinter Bäumen versteckt. Glatte Wände und Decken kontrastieren mit wolkigem Sichtestrich, grobem Beton und ornamentalen Wandfliesen. Und nicht zuletzt ermöglicht es trotz der exponierten Lage die gewünschte Privatsphäre.

Gelungen ist all dies mit der Errichtung eines weißen L-förmigen Baukörpers, der sich über eine Patiowand (Patio = Innenhof) mit der im Süden stehenden Garage verbindet und die Straße in Gänze abschirmt. Auf diese Weise entstehen differenzierte Außenräume, welche die Innenräume ergänzen und erweitern. Der Blick in die Baumkronen und in die Ferne im Westen bleibt durch die tiefer gelegene Straße vollkommen ungestört. Als Besucher betritt man durch eine unsichtbare Tür einen schmalen Eingangspatio als Vorbereich des überdachten Eingangs. Der Patio geht in eine Terrasse über, welche ins Wohnzimmer fließt. Eine geschuppte Fassade aus großformatigen bronzefarbenen Alutafeln charakterisiert die Zugangsseite. Diese verbindet die Garage mit dem Haus, so dass man trockenen Fußes zur Garage gelangen kann. Zugleich wird sie zum Sockel für das Obergeschoss. Durch die großen, fast fensterlosen Teilflächen entsteht eine ruhige abstrakte Komposition, die den Besucher ganz bewusst nicht sofort an ein Wohnhaus denken lässt. Umso verblüffter die Gäste, die sich oft wundern, dass es im Inneren des Haues so hell ist. „Das Badezimmer wäre komplett extrovertiert, gäbe es nicht direkt davor eine schubladenartige raumhohe Wand“, so der Architekt des Gebäudes Andreas Moser. Die Westseite ist im Gegensatz dazu großzügig rahmenlos verglast.

Das Hausinnere ist von zonierten Räumen mit leicht veränderbarer Raumsequenz geprägt. Beim Betreten des Hauses trifft man zunächst auf eine weiße viertelgewendelte Treppenskulptur von Nautilus-Treppen, die vollkommen in Licht getaucht ist und dadurch besonders auffällt. 12 cm dicke Stahlkisten stecken in der Wand und sind mit erdfarbenem Teppich belegt. An der Treppe vorbei gelangt man in den offenen Küchen-Ess-Wohnbereich, wo eine knapp fünf Meter lange Küchenzeile aus Corian frei im Raum steht. Auf ein Sideboard gestützt verschmilzt die Küche förmlich mit dem Kamin und präsentiert so eine harmonische Einheit aus Küche, Feuer und Kamin. Eine beeindruckende Bibliothek mit Büchern sämtlicher Themengebiete versteckt sich im rückwärtigen Bereich des Erdgeschosses. Ein Ort, der dazu einlädt, sich zurückzuziehen und bei einem gutem Buch auch einmal die Zeit zu vergessen. Eine 300 kg schwere Schiebetür hinter den Wandschränken schließt entweder die Bibliothek zum Wohnbereich oder den gesamten Wohnraum zu den Individualräumen im Obergeschoss. Im Wohnbereich selbst lädt eine großzügige, gemütliche Sofalandschaft zum entspannen und relaxen ein. Da sie in der Mitte des Raumes steht, kann sie von allen Seiten „belagert“ werden. In Sachen Lichtdesign entschied man sich für Aufbauleuchten und Halbeinbau, wodurch sich Lichtachsen ergeben, die jede Bewegung im Raum unterstreichen und das gesamte Gebäude hell und einladend erscheinen lassen.

www.cma-arch.de

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