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Schlechtes Wetter, Gemütslage heiter

10 Jahre im Passiv-Townhouse: Haben sich die Erwartungen der Nutzer erfüllt?

Es brauchte einigen Idealismus und Aufwand, um dieses innovative „grüne“ Townhouse zu... mehr

Es brauchte einigen Idealismus und Aufwand, um dieses innovative „grüne“ Townhouse zu realisieren: 2001 steckte der Passivhausbau noch in den Kinderschuhen. Die 9 m breiten und geschosshohen Fassadenelemente mussten mit einem Tieflader aus Tirol nach Wiesbaden gebracht werden. Ein Monat intensiver Entwicklungsarbeit steckte in den wärmebrückenfreien, fertig montierten Teilen mit Dreifach-Verglasung, die in dieser Form auch erstmalig für die beauftragte Firma waren.

Den A-Z Architekten war jedoch kein Engagement zu hoch, um ihren Traum vom eigenen Passivbürohaus zu realisieren. „Gesunde Arbeitsräume“ wünschten sie sich, mit natürlichen Materialien, angenehmem Raumklima und viel Tageslicht. Umso schöner, dass all diese Prämissen mit begrenztem Budget und auch noch auf einem sehr schmalen, nach Ost-West orientierten Grundstück erfüllt werden konnten. Minutiös in eine schmale Baulücke hineingeplant, ragt das kleine, feine Stadthaus über fünf Etagen auf und vereinigt vorbildlich Raum-, Energie- und Kosteneffizienz. Zwei Etagen plus Souterrain werden als Bürolofts genutzt, im dritten und vierten Geschoss liegen zwei 4-Zimmer-Wohnungen, eine Penthouse-Aufstockung mit Dachgarten bietet Panoramablick über Wiesbaden und die Rheinebene.
Der Energiebedarf des Hauses entspricht im Prinzip einem Verbrauch von 1,5 l Heizöl pro m² und Jahr – das ist ungefähr nur ein Fünftel der Energie, die bei einem gewöhnlichen Neubau verbraucht wird. Aber nicht nur energetisch und wirtschaftlich ist das Townhouse ein voller Erfolg. Die Nutzer schwärmen geradezu von dem behaglichen Wohn- und Arbeitsgefühl in stilvollem Ambiente mit viel Holz, Bücherregalen, roh belassenen Betonwänden und -decken und lackiertem Holzparkett. Durch die großen Glasflächen werden Tageslicht und Sonnenenergie maximal genutzt. Alle Wohn- und Arbeitsräume sind zur Fassade angeordnet – ‚Durchsonnwohnungen’, wie man in den Niederlanden sagt. Die altbekannte „Ich brauche frische Luft“ – „Mir ist aber kalt“-Kontroverse kennt man hier nicht. Angenehme Lüftung und Temperierung leistet das Haus wie von selbst. Zur Klimatisierung besitzt jede Wohn- und Büroeinheit eine Lüftungsanlage mit eigenem Wärmetauscher. In den Wohngeschossen schützen im Sommer aussenliegende Sonnen- und Sichtschutzjalousien vor Überhitzung, die Büroräume werden durch Bäume, Pflanzen und Nachbarhäuser verschattet.

Auf dem Flachdach des Penthouses wurde zur Warmwasserversorgung und als Notheizung eine Solaranlage montiert. Zur Sicherheit versah man die Wohn- und Büroräume zusätzlich mit Heizkörpern. Dies hat sich als deutliche Fehlinvestition herausgestellt: Bei großer Kälte muss nur im Penthouse zugeheizt werden. Selbst an Tagen mit Regen, Schnee, Sturm sitzt man in angenehmer Wärme und kann genüsslich durch die großen Fensterscheiben das Wettertheater draußen erleben: Schlechtes Wetter, Gemütslage heiter.

www.a-z-architekten.de

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Jörg Hempel
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